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Gute Kälberfütterung, hohe Milchleistung

AGRAVIS aktuell digital 2105

Die Grundsteine einer hohen Lebenseffektivität von Milchviehherden liegen in den ersten Lebenswochen. Die Kälberfütterung ist ein wichtiger Parameter, der die Milchleistung der Kuh langfristig beeinflusst. Wie sich die Organe der Kälber in Abhängigkeit der Fütterung entwickeln, warum das einen Einfluss auf die spätere Leistung hat und welchen Energiebedarf ein Kalb hat – Fütterungsexpertin Hanna Schrey hat die Antworten.


Kurz und knapp

  • Die Kälberfütterung beeinflusst die spätere Milchleistung einer Kuh maßgeblich.
  • Um eine bestmögliche Entwicklung und die nötigen Zunahmen sicherzustellen, müssen Landwirt:innen den Tagesenergiebedarf ihrer Tiere sicherstellen.
  • Ad libitum getränkte Kälber müssen ununterbrochen die Möglichkeit haben, Milch aufzunehmen. So können sie in vielen kleinen Portionen und mit einer langsamen und stetigen Verdauung ihren benötigten Energiebedarf zu sich nehmen.

Was ist das Ziel in der Kälberaufzucht?

Schrey: Höchste Vitalität und beste Entwicklung, vor allem in den ersten Wochen.

Welche Entwicklungsschritte laufen in den ersten Lebenswochen ab?

Schrey: In dieser Zeit findet die metabolische Programmierung eines Kalbes statt. Das heißt, dass alle Einflüsse (zum Beispiel Ernährung, Umwelt, Erkrankungen) Auswirkungen auf die ausgewachsene Milchkuh haben.

Füttern wir die Kälber in dieser Zeit restriktiv, können sie nur eine limitierte Menge an Energie zur Zellteilung und Ausbildung der Organe nutzen. Die folgende Abbildung verdeutlicht die unterschiedlichen Größen von Organen in Abhängigkeit der Fütterung. Nach der sechsten Lebenswoche ist die Größe der Organe festgelegt und kann von restriktiv getränkten Kälbern nicht mehr aufgeholt werden. Die Organmasse und damit die Zunahmen in der Kälberaufzucht stehen in einer engen Verbindung mit der Milchleistung. Diese kann laut einer Studie von Moallem et al. (2006) bis zu 1.250 Kilogramm in der ersten Laktation abweichen.

Organmasse in Abhängigkeit der Fütterung nach Geiger et al., 2016

Organmasse in Abhängigkeit der Fütterung nach Geiger et al., 2016

Wie viel Energie braucht ein Kalb?

Faustformeln:

  • Bis zum Abtränken sollte sich das Geburtsgewicht verdoppelt haben.
  • Je älter/schwerer ein Kalb wird, desto höher ist der Erhaltungsbedarf. Mit zunehmendem Alter kann der Energiebedarf auch über ein Festfutter abgedeckt werden.

Schrey: Energie wird von einem Kalb für viele Parameter benötigt. In der folgenden Tabelle sehen wir den Tagesenergiebedarf eines 50 Kilogramm schweren Kalbes. In der zweiten und dritten Spalte ist die Menge an Vollmilch beziehungsweise Milchaustauscher (MAT) zu sehen, welcher benötigt wird, um die Energie aufzubringen. Hier sehen wir deutlich, dass bei den angenommenen Umständen eine restriktive Tränke von beispielsweise acht Litern pro Tag nicht ausreicht, um die Zunahmen zu sichern. Dabei wird lediglich von einer Zunahme von 600 Gramm ausgegangen. Die durchschnittlichen Zunahmen in der Kälberaufzucht sollten bei 1.000 Gramm und mehr liegen.

Tagesenergiebedarf eines 50 Kilogramm schweren Kalbes

Tagesenergiebedarf eines 50 Kilogramm schweren Kalbes

Wie sieht der perfekte Tränkeplan aus?

Was ist zu beachten?

Permanentes Tränkeangebot

  • Ad libitum getränkte Kälber müssen ununterbrochen die Möglichkeit haben, Milch aufzunehmen. So können sie in vielen kleinen Portionen und mit einer langsamen und stetigen Verdauung ihren benötigten Energiebedarf zu sich nehmen.

Ansäuerung

  • Um die Keimvermehrung zu hemmen und die Milch stabil zu halten, muss die Milch angesäuert werden. Wichtig: CombiMilk Galant und Galant Plus sind bereits leicht angesäuert und somit optimal für ad libitum. Ansonsten ist Miravit MilchStabil empfehlenswert.

Langsames und schonendes Abtränken

  • Maximal 2 Liter/Woche tränken, um eine Pansenazidose zu verhindern.

Keine Umstellung zwischen restriktiv gefütterten Kälbern zu ad libitum

  • Restriktiv getränkte Kälber müssen weiterhin restriktiv getränkt werden, da sie sonst zu viel Milchmenge in zu kurzer Zeit aufnehmen würden.

Hygiene

  • Den Eimer mindestens einmal am Tag reinigen.

Schrey: Den gibt es nicht. Jeder Betrieb ist anders und benötigt einen individuellen Tränkeplan. In unseren Konzepten erarbeiten wir einen Fütterungsvorschlag, der Landwirt:innen als Orientierung dienen kann. Für eine betriebsindividuelle Beratung kommen Sie gerne auf uns zu.

Weitere Informationen gibt es bei ...

Hanna Schrey, Sales Consultant CombiMilk
Telefon 0251 682-1133
Mobil 0172 2732892
E-Mail Hanna.Schrey@combimilk.de
www.combimilk.de