Erfolgreiche Zertifizierung: Arbeitsschutz-Pioniere aus Elspe

Nationaler Leitfaden für Arbeitsschutz-Managementsysteme NLF/ ILO-OSH 2011 – das ist die Theorie. In der Praxis bedeutet das: Hautschutzplan, Feinstaubfilter, Gefährdungsbeurteilung oder Fahrtraining. Der Standort Elspe der AGRAVIS Technik Lenne-Lippe GmbH AGRAVIS Technik Lenne-Lippe GmbH ist seit November 2015 nach dem Gütesiegel „Sicher mit System“ der Berufsgenossenschaft Holz und Metall zertifiziert. Er ist der erste AGRAVIS-Standort, der ein Arbeitsschutz-Managementsystem eingeführt hat.

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Reinhard Mester, Werkstattleiter der AGRAVIS Technik Lenne-Lippe in Elspe (li.), geht mit Jürgen Stiesberg, Sicherheitsfachkraft bei der Thyssenkrupp Steel Europe AG in Finnentrop, die Unterlagen durch. Erfolgreiche Zertifizierung: Arbeitsschutz-Pioniere aus Elspe
Reinhard Mester, Werkstattleiter der AGRAVIS Technik Lenne-Lippe in Elspe (li.), geht mit Jürgen Stiesberg, Sicherheitsfachkraft bei der Thyssenkrupp Steel Europe AG in Finnentrop, die Unterlagen durch.

Stolz präsentieren Werkstattmeister Reinhard Mester und Prokurist Martin Weiskirch die Aktenordner, in denen die Unterlagen abgeheftet sind. Auf einem USB-Stick befinden sich weitere Dokumente, „wenn wir die ausdrucken würden, hätten wir noch einmal vier, fünf Ordner mehr“, betont Weiskirch. Ein kleiner Eindruck von der Dokumentations-Arbeit, die hinter dem Zertifizierungsverfahren steckt. Die Zertifizierung war nötig geworden, damit der Standort Elspe weiter wettbewerbsfähig bleibt. Denn 40 Prozent der Aufträge kommen aus der Industrie.

AGRAVIS arbeitet mit Partner

Dort spielen Zertifizierungen eine immer größere Rolle. So wie bei der Thyssenkrupp Steel Europe AG mit Werk in Finnentrop. Der Konzern arbeitet seit zirka sechs Jahren nur noch mit Partnern zusammen, die zertifiziert sind. „Wir als Kontraktoren von Thyssenkrupp mussten uns entscheiden: zertifizieren lassen, oder wir sind raus“, erläutert Mester. Dass die AGRAVIS Technik Lenne-Lippe GmbH sich zu Ersterem entschied, freut auch Jürgen Stiesberg, Sicherheitsfachkraft bei Thyssenkrupp Steel Europe in Finnentrop: „Wir arbeiten seit vielen Jahren mit unserem Partner AGRAVIS Technik Lenne-Lippe erfolgreich zusammen. Aber unsere Konzernpolitik ist es, nur mit zertifizierten Betrieben zu kooperieren. Das ist inzwischen ein K.o.-Kriterium“, betont er.

Dokumentation erforderlich

Das Thema Arbeitsschutz-Management spielt auch für die AGRAVIS Raiffeisen AG eine große Rolle. Nicht nur, weil durch eine entsprechende Organisation die Zahl der Unfälle und damit auch die Zahl der Fehlzeiten minimiert werden kann; die Motivation der Mitarbeiter steigt, ebenso auch das Ansehen des Unternehmens in der Öffentlichkeit und bei den Kunden. Mester, Weiskirch und die Mitarbeiter in Elspe investierten dafür viel Zeit und einiges an Nerven. Ob in der Werkstatt, wo ein Spender mit Ohrstöpseln den schnellen Gehörschutz gewährleistet, oder im Büro, wo ein Feinstaubfilter die Emissionen des Druckers deutlich verringert – alles wurde auf den Prüfstand gestellt, jeder Schritt dokumentiert, jedes Zertifikat, jede Bescheinigung einer Fortbildung, jedes Datenblatt wird für die Ewigkeit gespeichert. „Damit wird auch unsere Sorgfaltspflicht gegenüber den Mitarbeitern dokumentiert“, erklärt Weiskirch.

Einsatz von Schutzkleidung

Aber auch die Mitarbeiter zogen mit, sie wurden geschult und in den Zertifizierungsprozess eingebunden, denn bei der Prüfung stellte der Gutachter der Berufsgenossenschaft ihnen stichprobenartig Fragen zum Arbeitsschutz. Ein weiterer wichtiger Baustein im Konzept ist die Gefährdungsbeurteilung für die Betriebe, die die AGRAVIS-Mitarbeiter anfahren. „In jedem Fahrzeug ist jetzt eine Fahrzeugmappe mit Erste-Hilfe-Anleitungen, Betriebsanweisungen zum Beispiel für die Ladungssicherheit, aber auch mit einer Übersicht der Gefährdungspotenziale der Betriebe“, erläutert Reinhard Mester. Hier vermerken die Monteure vor Ort zum Beispiel, ob in einem feuergefährlichen Bereich gearbeitet wird oder mit fallenden Teilen zu rechnen ist. Entsprechend packen sie vor Abfahrt Schutzkleidung wie Helm oder spezielle Sicherheitsschuhe ein.

Zertifizierung gilt für drei Jahre

Die Fachleute von der AGRAVIS-Zentrale, allen voran Peter Erhardt vom Themenbereich Arbeitsschutz im AGRAVIS-Konzernservice, standen den Elspern jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Auch die Berufsgenossenschaft unterstützte Mester und Weiskirch während des Prozesses. „Wir sind froh, dass wir solch ein großes Unternehmen wie die AGRAVIS Raiffeisen AG als Ansprechpartner haben. Wir konnten in Münster immer nachfragen und haben beispielsweise die Sicherheitsdatenblätter alle auf CD und vieles mehr aus Münster bekommen“, erklärt Mester. Jetzt sind die Aufgaben verteilt, jeder weiß, worum er sich kümmern muss. Mester ist der Beauftragte für das Arbeitsschutz-Management, es gibt einen Kollegen, der für den Arbeitsschutz im Bereich Elektrogeräte verantwortlich ist, fünf Ersthelfer, Sicherheitsbeauftragte und so weiter. Jeder hat seine Aufgabe, alle wissen, wen sie in welchem Bereich ansprechen können. Denn die Zertifizierung gilt für drei Jahre. 2018 muss sich der Standort Elspe erneut einer Prüfung stellen und anhand einer Agenda beweisen, dass er weiter an der Sicherheit der Mitarbeiter gearbeitet hat. Stillstand gibt es bei diesem Thema nicht. Das System muss leben.

Weitere Informationen gibt es bei Reinhard Mester, Tel. 02721 . 717118, reinhard.mester@agravis.de, www.agravis-technik-lenne-lippe.de www.agravis-technik-lenne-lippe.de .