Interview mit AGRAVIS-Experten zum Startschuss zur Spargelsaison 2016

Straßenstände und Hofläden bereiten sich auf die diesjährige Spargelsaison vor. Sowohl Verbraucher als auch Landwirte hoffen auf eine ertragreiche Ernte. Worauf Spargelliebhaber achten sollten und wie ertragreich gewirtschaftet werden kann, erklärt Frank Uwihs, Berater für Sonderkulturen in der Pflanzenbau-Vertriebsberatung der AGRAVIS Raiffeisen AG Pflanzenbau-Vertriebsberatung der AGRAVIS Raiffeisen AG .

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Die Saison naht: Wann können Verbraucher mit dem ersten Spargel rechnen?

Uwihs: Bereits Mitte März wurden in einigen Regionen die ersten Stangen geerntet. Aber bis es richtig losgeht, muss es draußen noch etwas wärmer werden.

Vor zwei Jahren bescherte das milde Frühjahr Rekorderträge: Kann diese Saison daran anschließen und welche Faktoren spielen eine Rolle?

Uwihs: Spargelliebhaber werden auch in diesem Jahr wieder Spargel in allen Variationen, egal ob weiß, grün oder violett finden können und so all ihre Ideen bei der Zubereitung umsetzen können. Aber nicht nur das Wetter ist entscheidend für einen hohen Ertrag, auch der Einsatz von Folie Einsatz von Folie ist ein entscheidendes Hilfsmittel im Anbau.

Welche Vorteile bietet der Folieneinsatz?

Uwihs: Grundsätzlich sagt man: Spargel, der unter der Folie Folie wächst, schmeckt besser, weil er einen feineren Geschmack hat. Die Landwirte nehmen diesen Trend auf und setzen Folie zunehmend für den Spargelanbau ein. Die Vorteile für den Verbraucher liegen auf der Hand: Das gleichmäßige und schnelle Wachstum des Spargels erzeugt einen sehr milden Geschmack und ermöglicht es, schon früher mit dem Verkosten des neuen Jahrgangs beginnen zu können. Außerdem wird durch den Folieneinsatz die Temperatur des Spargels kontrolliert und die Unkrautbildung unter der Folie vermieden.

Welchen Nutzen gibt es oberhalb der Folie?

Uwihs: Diese Vorteile leuchten schnell ein: Die Bohnenfliege kann ihre Eier nicht mehr in unmittelbarer Nähe zur Spargelstange ablegen. Zudem ist eine künstliche Beregnung der Fläche auch nicht mehr notwendig, weil der Boden kaum noch Wasser verliert und damit ohne eine zusätzliche Unterstützung ertragreich ist. Außerdem kann die Folie die Spargeldämme und damit auch die Pflanzen selbst vor unbeständigem Wetter schützen.

Welche Erfahrungen haben Landwirte in der Vergangenheit gesammelt?

Uwihs: Pflanzenbauer Pflanzenbauer in Mecklenburg-Vorpommern denken mit Schrecken an den Sandsturm 2011 zurück, bei dem es zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen kam. Durch den Folieneinsatz werden derartige Ereignisse nicht mehr vorkommen. Grundsätzlich sichert die Folie beim Spargelanbau nicht nur den Ertrag des Anbauers, sondern auch ein positives Geschmackserlebnis beim Verbraucher. Deshalb entscheiden sich schätzungsweise nur noch zehn Prozent der Anbauer in Deutschland für einen Spargelanbau ohne Folie.

Es gibt sicherlich auch Nachteile bei der Nutzung der Folie. Welche sind das?

Uwihs: Ja, durchaus. Oft steht die Entsorgung in der Kritik, doch zum Glück gibt es heute Folie, die genauso lange genutzt werden kann, wie eine Spargelanlage – also über einige Jahre. Die Haltbarkeit wurde demnach entscheidend verbessert. In der Regel wird anschließend die Folie zu einem neuen Produkt verwertet.

Apropos Verbraucher: Können Sie Spargelliebhabern noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben?

Uwihs: Beim Kauf zählt der erste Blick: Besonders frisch ist der Spargel, der direkt vom Hof kommt. Rein äußerlich sollte die Spargelspitze noch geschlossen sein und die Oberfläche glatt. Bei der Lagerung sollte der Kunde darauf achten, dass der Spargel kühl aufbewahrt und mit einem feuchten Tuch eingeschlagen wird.