Zu warmer Winter: Herausforderungen für den Ackerbau

Der Winter war viel zu warm. Das hat Auswirkungen für den Pflanzenbau und bedeutet Herausforderungen für den Ackerbau. AGRAVIS-Pflanzenbau AGRAVIS-Pflanzenbau -Experte Stefan Hanebrink klärt auf.

Bildmaterial zum Content


Warum war der Winter so besonders?

Hanebrink: So einen warmen Dezember wie 2015 hat es seit über 100 Jahren nicht gegeben. An vielen Orten gab es keinen Frost. Mit 6,5 Grad Durchschnittstemperatur war es laut dem Deutschem Wetterdienst fünf Grad wärmer als im langjährigen Mittel.

Welche Herausforderungen resultieren daraus für die Landwirte?

Hanebrink: Durch den warmen Winter und die Nässe konnten sich besonders pilzliche Krankheiten in Getreidebeständen gut entwickeln. Die Landwirte müssen daher mit einem hohen Ausgangsbefall rechnen. Auch Ungräser und Unkräuter sind gut entwickelt durch den Winter gekommen. Dieses gilt es bei den ersten Spritzmaßnahmen zu beachten.

Und wie geht‘s im Frühjahr weiter?

Hanebrink: Die wenigen Frosttage zum meteorologischen Frühlingsanfang kamen für viele Landwirte sehr gelegen. Er machte die Böden befahrbar. Erste Andüngungs- und Pflanzenschutzmaßnamen konnten durchgeführt werden. Vielerorts würde sich der ein oder andere vielleicht noch weitere Frosttage wünschen. Jetzt bleibt abzuwarten, wann der Frühling nun richtig losgeht und wir mit Wachstum rechnen können. Dies wird die weiteren Maßnahmen maßgeblich beeinflussen.