Maissilage: Shredlage – ein neuer Trend aus den USA

Seit einiger Zeit wird in den Medien viel über die neue Häckselstrategie Shredlage aus den USA berichtet. Ziel ist dabei, eine bessere Futterverwertung zu erreichen. Aber wie ist diese Technik aus siliertechnischer Sicht zu beurteilen? Die AGRAVIS-Expertin Dr. Sabine Rahn beantwortet Fragen zum Thema Shredlage beim Silagemanagement Silagemanagement .

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Was verbirgt sich hinter dem Namen Shredlage?
Dr. Sabine Rahn
: Beim Shredlage wird die Maissilage Maissilage gröber gehäckselt. Je nach Trockenmasse-Gehalt (TM-Gehalt) beträgt die Häcksellänge 2-3 cm. Zusätzlich werden die Pflanzenteile aufgefasert und die Maiskörner gemahlen, was wiederum mehr Angriffsfläche für die Mikroorganismen im Pansen schafft. Ziel dieses Verfahrens ist es, Strukturwirkung sowie Faser- und Stärkeverdaulichkeit zu verbessern. Außerdem soll das Selektionsrisiko beim Fressen reduziert werden.

Welche Anforderungen werden an das Silagemanagement gestellt?
Rahn
: Wird länger gehäckselt, steigen die Anforderungen an die Verdichtung. Daran ändert auch das spezielle Zerfasern der Pflanzenteile bei Shredlage nichts. Die Erfahrungen aus den USA reichen von besseren, über vergleichbaren bis hin zu schlechteren Ergebnissen. Entscheidend für die Beurteilung dieser Ergebnisse ist, was miteinander verglichen wurde. So wird z. B. in den USA mit anderen Häcksellängen gearbeitet. Die Empfehlung liegt hier bei einer theoretischen Häcksellänge (TLC) von 0,5-0,75 Inch. Das sind 1,25-2,00 cm (1 Inch = 2,54 cm). Liegt der TM-Gehalt bei > 38 % TS, sollte die Länge der Häcksel auf < 0,5 Inch reduziert werden. Wird bei diesen langen Häckseln das Material jetzt noch zusätzlich aufgefasert, ist von besseren Verdichtungseigenschaften auszugehen. Ganz anders ist es in Deutschland. Hier liegt die Empfehlung mit 4-8 mm theoretischer Häcksellänge deutlich unter den amerikanischen Werten. Wird jetzt auch noch berücksichtigt, dass die Verdichtung in mehr als zwei Drittel der deutschen Betriebe unzureichend ist, und besonders in den Sommermonaten sich Nacherwärmungsprobleme häufen, muss aus siliertechnischer Sicht dringend abgeraten werden, spontan auf Shredlage umzustellen. Das könnte die bekannten Probleme noch verschärfen.

Welche Voraussetzungen sollten aus siliertechnischer Sicht für Shredlage erfüllt werden?
Rahn
: Soll trotzdem das Verfahren der Shredlage genutzt werden, empfehlen wir, folgende Punkte im Vorfeld zu klären:

Besonders im ersten Jahr Shredlage muss sehr genau darauf geachtet werden, dass alle siliertechnischen Parameter erfüllt werden. Deshalb: Lieber eine Woche früher häckseln als geplant. Das erleichtert die Verdichtung zusätzlich. Es ist auch empfehlenswert, BioCool BioCool zur Sicherung der aeroben Haltbarkeit einzusetzen.