HL Hamburger Leistungsfutter GmbH setzt auf Spezialprodukte

Am vielzitierten „Tor zur Welt“ in Hamburg hat das Traditionsunternehmen HL Hamburger Leistungsfutter GmbH HL Hamburger Leistungsfutter GmbH , das 1878 gegründet wurde, seinen Sitz. Heute ist es ein hochmodernes Mischfutterwerk, das sich durch die alten roten Backsteingebäude aus den 1920er Jahren einen besonderen Charme erhalten hat.

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Auf 3,5 Hektar finden Warenannahme, Produktion, Lager, Bürogebäude, Absackung und Verladung Platz. „Es ist eng, aber es geht“, fasst Tomasz Wasik zusammen. Er hat zusammen mit Heinz Daske und Dr. Jens Reimann die Geschäftsführung bei HL, einem Beteiligungsunternehmen der AGRAVIS Raiffeisen AG, inne.

Aufgrund der Platzsituation den Standort zu wechseln, ist für die drei Herren – und auch für alle anderen Mitarbeiter – absolut undenkbar. Ist HL Hamburger Leistungsfutter doch nicht nur vom Namen her fest mit der Hansestadt im Norden Deutschlands verwurzelt. „Wir haben einen direkten Wasseranschluss und die unmittelbare Nähe zum Hamburger Hafen“, erklärt Wasik. Daher eigne sich der Standort optimal für den Export, der inzwischen einen sehr großen Stellenwert einnimmt. In mehr als 40 Ländern weltweit sind die HL-Produkte bekannt. Besonders die Spezialprodukte sind im In- und Ausland sehr gefragt – vom benachbarten Polen bis hin nach Saudi-Arabien und im Fernen Osten.

100.000 Tonnen Spezialfutter jährlich - Tendenz steigend

Seit Ende der 1980er Jahre hat sich das Unternehmen unter anderem der Produktion von Futtermittel-Spezialprodukten Futtermittel-Spezialprodukten verschrieben. Eine wissenschaftliche Abteilung mit sechs Mitarbeitern sorgt in Zusammenarbeit mit dem Außendienst und dem Produktmanagement für immer neue Ideen und Anregungen. Der Außendienst wird extra geschult, um die beratungsintensiven Produkte auf den Höfen entsprechend präsentieren zu können. „Bei der Beratung geht es nicht nur um die Produkte, sondern auch um Herdenmanagement, Haltung, Hygiene Hygiene und alle weiteren Abläufe, die für die Betriebe relevant sind“, ergänzt Dr. Jens Reimann. Ein Engagement, das sich auszahlt: 2014 wurden bei HL 100.000 Tonnen Spezialfutter hergestellt – Tendenz steigend. Daher wird die Zusammenarbeit mit der Genossenschafts-Kraftfutterwerk GmbH Braunschweig – einer Tochtergesellschaft der AGRAVIS – immer intensiver, um der Nachfrage überhaupt gerecht werden zu können.

Spezialist für Rohstoffveredlung

Eine weitere Besonderheit der Hamburger ist die Rohstoffveredlung. „Wir haben ein spezielles hydrothermisches Verfahren, das Wisan-Verfahren, entwickelt“, erläutert Reimann. Die schonende Behandlung aktiviert nutritive Substanzen, wie etwa die schleimbildenden Stoffe im Leinsamen bei Wisan-Lein. Gleichzeitig findet aber auch eine Inaktivierung antinutritiver Bestandteile statt. Ein Beispiel dafür ist die Hemmung des Enzyms Linamarase, welches für die Blausäurebildung bei Leinsamen verantwortlich ist. Andere Stoffgruppen wiederum werden so beeinflusst, dass sich die Proteinverdauung im Pansen verändert. Der Wisan-Raps weist durch das Verfahren eine Rohproteinrate von mehr als 60 Prozent auf. Normales Rapsschrot hingegen liegt bei 30 bis 35 Prozent. Sehr deutlich unterscheidet sich der Wisan-Raps auch im Wasserhaltevermögen von Rapsschrot: 2,5-faches Eigengewicht gegenüber einfachem Eigengewicht.

„Mit dem Einsatz dieser behandelten Rohstoffe im Futter haben wir die Möglichkeit, die Gesundheit der Tiere zu verbessern und eine positive diätetische Wirkung zu“, sagt Tomasz Wasik. Die Produkte aus der Wisan-Linie seien zudem nicht nur für die konventionelle Landwirtschaft, sondern auch für Betriebe, die ausschließlich mit nicht-gentechnisch-veränderten Rohstoffen arbeiten, geeignet. Außerdem seien sie aufgrund des hohen Proteingehalts eine Alternative zum importierten Sojaschrot. „Die Ansprüche der Betriebe wachsen und danach müssen wir uns richten“, wissen Reimann und Wasik.

Auf einen Blick: HL Hamburger Leistungsfutter

  • Größe: 3,5 Hektar firmeneigenes Gelände mit Anschluss an den Hamburger Hafen
  • Gründung: 1878 durch Johannes Bischoff in Kiel unter dem Namen Ibeka, 1982 Zusammenführung mit der Fischmehl- und Tranfabrike Wilhelms aus Bremerhaven mit den Marken Panto und Ibeka zu HL Hamburger Leistungsfutter
  • Produktion: 250.000 Tonnen (2014)
  • Produktbereiche: Spezial-, Misch-, Heimtierfutter, Rohstoffveredlung, Dienstleistungen
  • Mitarbeiter: 165, davon 16 Auszubildende
  • Lagerfläche: 6.500 Quadratmeter
  • Verladung: 22 Laderampen für Lkw und Container
  • Export: in mehr als 40 Länder weltweit, eigene Vertriebsfirma in Kroatien, Beteiligung an Mischfutterwerk in Bulgarien
  • Marken: Ibeka, Panto, Wisan
  • Besonderheit: 1.825 verschiedene Produkte im Angebot