Engpässe bei Gräsermischungen

Die diesjährige Frühjahrswitterung ließ in vielen Regionen eine Bearbeitung der Flächen erst ab Mitte März zu. Dies brachte den Saatguthandel Saatguthandel und Mischungshersteller bei einigen Produkten teilweise an ihre Grenzen. Marc Möller, verantwortlich für Feldsaaten im Bereich Saatgut bei der AGRAVIS Raiffeisen AG, wirft einen Blick auf die aktuelle Situation.

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Die Nachfrage nach Gräsermischungen hat ab Mitte März deutlich überdurchschnittlich eingesetzt.Engpässe bei Gräsermischungen
Die Nachfrage nach Gräsermischungen hat ab Mitte März deutlich überdurchschnittlich eingesetzt.

Herr Möller, bei welchen Produkten ist es in diesem Frühjahr zu Engpässen gekommen?

Möller: Die Nachfrage nach Gräsermischungen hat ab Mitte März deutlich überdurchschnittlich eingesetzt. Die gute Befahrbarkeit der Böden führte zu einem extrem guten Absatz innerhalb weniger Tage, der den Saatgut Saatgut -Mischer bei einzelnen Produkten an die Kapazitätsgrenze brachte. Aber nicht nur der gute Absatz, auch die Vielzahl der neuen Begrünungsmischungen, die aufgrund unterschiedlichster Förderprogramme entstehen, führten zu einem deutlich höheren Produktionsaufwand im Vergleich zu anderen Jahren.

Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang das Thema Greening Greening ?

Möller: Zur Anlage von ökologischen Vorrangflächen wurden für Stilllegungen und Streifenanbauprogramme größere Mengen Spezialmischungen gehandelt. Dadurch sind die ersten Komponenten für Zwischenfruchtmischungen, die den Anforderungen des Greenings entsprechen, bereits knapp und befestigen sich im Preis. Gelbsenf und Ölrettich ist zurzeit stabil und es scheint eine ausreichende Mengen zur Verfügung zu stehen. Phacelia ist extrem knapp und als Normalsaat so gut wie geräumt. Der Artikel ist trotz hoher Aussaatkosten wegen seiner ackerbaulichen Vorzüge sehr gefragt. Ein großer Mischpartner ist Buchweizen; wir erwarten aufgrund guter Nachfrage in den nächsten Tagen den Ausverkauf im Großhandel. Mit festeren Preisen ist zu rechnen. Gleiches gilt für Sommer- und Winterwicken. Bei den Kleearten verzeichnen vor allem Perser- und Alexandrinerklee eine deutlich größere Nachfrage. Auch das ist auf den Einsatz als Mischpartner bei den Zwischenfruchtmischungen zurückzuführen.

Was bedeutet das für die Preisentwicklung?

Möller: In den kommenden Wochen rechnen wir mit weiter festeren Preisen. Weißklee bleibt weiterhin fest. Gründe sind die hohe Nachfrage aus China und der Wechselkurs von Dollar zu Euro. Ein weiterer Mischpartner, der Sandhafer, ist ebenfalls knapp und teuer. In Deutschland eingetragene Sorten sind aus alter Ernte im Großhandel geräumt. Je nach Erntezeitpunkt muss auf die neue Ernte zurückgegriffen werden, um den Bedarf decken zu können.

Insgesamt gilt: Aufgrund der Verfügbarkeiten der genannten und auch anderer Mischungskomponenten, erwarten wir zum Bedarfszeitpunkt Preissteigerungen und Ausverkäufe bei unterschiedlichen Mischungen und Artikeln. Um den individuellen Bedarf zu decken, sollten sich Betriebe rechtzeitig mit dem Handel in Verbindung setzen.