Die Kälberaufzucht nach dem Quotenende: neue Wege gehen

Nachdem in den vergangenen Monaten die überschüssige Vollmilch an die Kälber Kälber verfüttert wurde, steht nun die Vermarktung dieser Milch Milch im Vordergrund. Viele Betriebsleiter überlegen gerade, nach welchem Konzept die Kälber in Zukunft aufgezogen werden sollen. Eine Option, die sich in diesem Fall anbietet, ist die Poolfütterung.

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Biestmilch ist Medizin – an der Empfehlung „möglichst schnell und möglichst viel“ ändert sich nichts. Es gilt die Formel: 100 Prozent Versorgung = vier Liter in den ersten zwei Lebensstunden. In den folgenden zwei bis drei Wochen sind die Kälber dankbar für eine Einzelbox. In dieser Zeit bietet sich die Poolfütterung an.

Milch sammeln

Dazu sammelt der Melker die Milch für die Kälber in einer Tonne und stellt sie zur Seite. Bei der nächsten Melkzeit sammelt er sie ebenso und benutzt dafür eine zweite Tonne. Gesammelt werden nach der ersten Biestmilchversorgung die Folgegemelke der frisch abgekalbten Kühe und eventuell die Milch mit permanent erhöhten Zellgehalten. Nicht gesammelt wird die Milch aus akuten Euterentzündungen und Hemmstoffmilch nach antibiotischer Therapie.

Zur Kälberfütterung verwendet wird nur die Milch der letzten Melkzeit. Diese steht bereits seit einigen Stunden in der Milchkammer und ist somit abgekühlt. Es bietet sich an, diese Milch mit einer bestimmten Menge an heißem Wasser aufzufüllen und mit einem guten Milchaustauscher zu verschneiden (CombiMilk Galant). Eine zusätzliche Ansäuerung ist ebenfalls denkbar (Miravit MilchStabil). Damit sind die Kälber bereits an den Milchaustauscher gewöhnt, wenn nach der Einzelboxhaltung keine Vollmilch mehr zum Einsatz kommt.

Regeln für die Poolfütterung

Die Poolmilch wird jeweils den jüngsten Kälbern angeboten, da die enthaltene Biestmilch noch einen guten lokalen Schutz im Darm gegen Durchfallerreger bietet. Die jungen Kälber sind nicht mehr auf das Zweit- oder Drittgemelk der eigenen Mutter angewiesen, wenn die Erstversorgung gelungen ist. Bei der Poolfütterung ist es wichtig, den Kälbern immer ein gleiches Mischungsverhältnis zwischen Vollmilch und Milchaustauscher anzubieten. Soll nach der Poolfütterung weiter Vollmilch zum Einsatz kommen, muss diese ergänzt werden, etwa mit CombiMilk Ideal. Die Poolfütterung vereinfacht die Versorgung der Kälber in den Einzelboxen und bietet noch einen Vorteil: Der Futtermeister muss nicht mehr auf den Melker warten.

Werden die Kälber intensiv mit fünf Litern pro Mahlzeit aufgezogen, ist eine Temperatur der Tränke von 25 bis 30 Grad Celsius ausreichend, da langsamer getrunken wird. Werden die Kälber eher extensiv aufgezogen, muss sie bei 35 bis 40 Grad Celsius liegen, weil die Milch hastig getrunken wird. In der intensiven Aufzucht werden die Kälber in den ersten drei bis vier Wochen mit zehn bis zwölf Litern pro Tag versorgt und in den folgenden sieben Wochen abgetränkt. In der extensiven Aufzucht muss die Jahreszeit berücksichtigt werden. Sechs Liter im Sommer bei Temperaturen von mehr als 15 Grad Celsius, sieben Liter im Herbst/Frühjahr (15 bis 5 Grad Celsius) und acht Liter im Winter (5 bis -5 Grad Celsius) sind erforderlich. Dabei verwendet man Vollmilch plus 100 Gramm CombiMilk Ideal pro Tag oder CombiMilk Galant mit einer Konzentration von 160 Gramm pro Liter Wasser. Neben der Milchtränke werden den Kälbern nach der zweiten Lebenswoche Wasser und eine Trocken-TMR angeboten, auf keinen Fall Silage.

Weitere Informationen zu diesem Thema erteilen Klaus Bürsken, Tel. 0172 . 5306363, klaus.buersken@agravis.de, oder die kostenlose Hotline, Tel. 0800 . 682-1133.