Durch und durch grüne Energie

Hannes Kuhnwald ist seit sechs Jahren Betriebsleiter. Einen landwirtschaftlichen Betrieb, ein Lohnunternehmen und eine Biogasanlage mit einer jährlichen Leistung von 550 Kilowatt managt er – und das mit 24 Jahren. Der Spaß an der Arbeit ist ihm anzumerken. Den Betrieb hat der Friedländer von seinen Eltern übernommen, die 1990 den Grundstein des Unternehmens legten. Kuhnwalds Steckenpferd ist die Biogasanlage Biogasanlage , die gut sichtbar vor den Toren der Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern steht. Um die Prozesse so optimal wie möglich zu gestalten, tüftelt er gern innovative Konzepte aus, denkt ständig über neue Möglichkeiten und Wege nach.

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Hannes Kuhwald (li.) und Philipp Brandt von der Raiffeisen Uckermark kontrollieren gemeinsam die bearbeitete Silage aus der Hammermühle.Durch und durch grüne Energie
Hannes Kuhwald (li.) und Philipp Brandt von der Raiffeisen Uckermark kontrollieren gemeinsam die bearbeitete Silage aus der Hammermühle.

„Ursprünglich wurde unsere Anlage für Mais und Mist konzipiert“, erinnert sich Kuhnwald. Bis vor kurzem gehörten seiner Familie noch 400 Mastbullen. Daher war die weitere sinnvolle Nutzung der Gülle zusätzlich ein zentrales Thema. Allerdings gehören auch 400 Hektar Grünland zum Betrieb. Da die Bullen inzwischen verkauft sind, fehlen die Abnehmer für das Grünlandfutter. Durch die eigentliche Konzeption sei die Biogasanlage in der Lage, trockene und lange Substrate zu verarbeiten. Deshalb sattelte der 24-Jährige um und beschickt die Anlage nun täglich mit einer Mischung, die zu einem Großteil aus Gras besteht und mit Mist und Mais ergänzt wird. Problem des Plans war jedoch, dass gerade Gras über sehr unterschiedliche Trockensubstanzgehalte (TS) verfügt.

Aktuell liegt der TS-Gehalt bei knapp unter 50 Prozent. Für Hannes Kuhwald ist das zu viel: „Je feuchter die Silage ist, desto besser.“ 30 bis 35 Prozent TS-Gehalt seien perfekt. Um diese Werte zu erreichen, könne er verschiedene Schnitte mischen. Diesen Zwischenschritt möchte Kuhnwald aber vermeiden. Deshalb hat er eine Hammermühle angeschafft, die das bereits geschnittene Gras weiter zerkleinert und auffasert. Die Fütterung der Biogasanlage wuchs so von sechs bis sieben Tonnen Gras pro Tag auf rund zehn Tonnen – allerdings nicht ohne Probleme. Die Silage war zwar feuchter, stellte sich aber beim Rührprozess im Fermenter oft als schwerfällig und zäh heraus. Zudem wuchs die Gefahr von Schwimmschichten.

Deshalb kontaktierte der Betriebsleiter seinen ehemaligen Studienkollegen Phillipp Brandt, Verkaufsberater Agrarhandel bei der Raiffeisen Uckermark. Raiffeisen Uckermark. Zusammen mit Dr. Andreas Milimonka, Experte der AGRAVIS Raiffeisen AG für Biogas Biogas und Silierung Silierung , brachte Brandt das Produkt Methaferm Gras mit nach Friedland. „Methaferm Gras enthält eine herausselektierte Enzymmischung, die speziell für eine grasbetonte Fütterung konzipiert wurde. Die Aufspaltung der Zellulose und Hemizellulose wird beschleunigt und damit der Biogas-Prozess gefördert“, erläutert Brandt. Die Vorteile des Enzyms sind ein schnellerer Durchsatz bei gleicher oder verbesserter Substratausnutzung, ein optimiertes Fließverhalten durch verringerte Viskosität, ein deutlich kleineres Risiko für Schwimmschichten, die bessere Faulraumauslastung, ein stabilerer Biogasprozess und erhöhte Gasausbeuten.

Bei der Anlage von Hannes Kuhnwald hat sich alles bestätigt: „Ein Versuch, ein Treffer.“ 100 Gramm des Enzyms streut Kuhnwald pro Tonne Trockensubstanz über die Grassilage, bevor diese in die Hammermühle gegeben wird. Inzwischen füttert er bis zu 13 Tonnen Gras pro Tag und hat ein Prozent mehr Methan bei der Gasausbeute zu verzeichnen.

Die Zusammenarbeit zwischen Kuhnwald und Brandt hat mit dem Vertrieb von Düngemitteln Düngemitteln und dem Kauf von Getreide begonnen. Inzwischen hat sich daraus, auch aufgrund des Enzymeinsatzes, eine sehr enge Zusammenarbeit entwickelt. Sie reicht von der Saatgut-Beratung Saatgut-Beratung bis zum Biogas-Prozess. So wollten die beiden auch die Lagerung der Silage sowie das Grünlandmanagement Grünlandmanagement verbessern. Philipp Brandt empfahl eine spezielle Mischung aus dem Plantinum-Programm Plantinum-Programm , die berücksichtigt, dass Kuhnwald viele Moorstandorte besitzt. Weiterhin berät er ihn bei der Silierung. „Mit dem Einsatz von ProFerm wollen wir die Silierverluste minimieren und mehr Gras pro Hektar produzieren”, erläutert Bandt.

Mehr zum Thema Grassilage für Biogasanlagen erfahren Sie bei Phillip Brandt, Raiffeisen Uckermark, Tel. 0152 . 64960740, p.brandt@raiffeisen-um.de oder bei Dr. Andreas Milimonka, Tel. 0172 . 5303182, andreas.milimonka@agravis.de.

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