Einblicke in aktuelle Sortenlandschaft

Rund 100 Landwirte kamen zum AGRAVIS-Maisfeldabend beim Versuchsgut in St. Mauritz am Mittwochabend, 3. September, um sich über neue Maissorten, Anbaustrategien, Düngeverfahren und Schädlingsbekämpfung zu informieren.

Jedes Jahr ist anders und jedes Jahr bringt neue Herausforderungen für die Landwirte und ihre Felder. „Ich finde diese Veranstaltung klasse, weil man Tipps bekommt und nicht alle Fehler selbst erfahren muss“, meinte Bernd Herweg, Landwirt aus Handorf. „Es hat viel geregnet in den vergangenen zwei Wochen und wir können mit den Mähdreschern nicht aufs Feld fahren. Das heißt, wir können auch nicht neu einsäen und die Fruchtfolge verzögert sich“, beschrieb der Landwirt seine derzeitigen Herausforderungen. Die AGRAVIS-Pflanzenbauberater führten die Besucher durch die verschiedenen Maissorten. Auf den Versuchsflächen werden insgesamt 100 verschiedene Silo- und Körnermaissorten angebaut. Getestet werden auf dem Versuchsgut neue und bewährte Getreide- und Maissorten, innovative Pflanzenschutzmittel und verschiedene Bodenbearbeitungsverfahren.

AGRAVIS-Vertriebsberater Stefan Wichmann erläuterte anhand einiger Beispiele Vor- und Nachteile im Anbau. „2013 hatten wir extreme Trockenheit, dieses Jahr war genug Wasser zur Maisblüte dar. Deshalb verspricht dieser Sommer eine Rekordernte.“ Er erläuterte Details zur Verdaulichkeit der Maiskörner, zur Robustheit der Pflanze und zur Bodenbeschaffenheit. „Dies hier ist ‚LG 30.233‘, eine Sorte, die bereits im vergangenen Jahr tolle Ergebnisse brachte und super auf die Münsterländer Standorte passt“, merkte er an.

Interessant für die Besucher waren auch die Ergebnisse diverser Düngemethoden. AGRAVIS-Pflanzenbauberater Stefan Hanebrink erläuterte den Gästen anhand des Wurzelwerks einiger ausgegrabener Maispflanzen die Erfolge des Düngevorgangs. Je spezifischer Düngerart und Düngeplatzierung auf den Bedarf abgestimmt ist, desto größer das Wurzelwerk und damit die Stabilität der Maispflanze, lautete das Fazit der Ergebnisse.

Franz Schulze Eilfing, Leiter des Bereichs Pflanzenbauberatung bei der AGRAVIS Raiffeisen AG, glaubt an einen super Ertrag aber eine mittelmäßige Qualität der gesamten Ernte: „10 bis 15 Prozent der Weizenernte wurden in den vergangenen 14 Tagen geerntet. Besonders für die Aussaat von Zwischenfrüchten sind wir spät dran. Trotzdem sollte man bei der Nässe nicht zu früh mit den Mähdreschern rausfahren, denn das schädigt den Boden nachhaltig. Landwirte sollten nun nur solche Zwischenfrüchte wählen, die schnell wachsen“, rät der Experte.