Gute Aussichten für die Getreideernte

AGRAVIS-Marktanalyst geht von einer großen Erntemenge aus




Im Norden zu warm und zu nass, im Süden zu kalt und zu nass – die Bilanz für den Juni 2016 fällt mäßig aus. Der Blick aus dem Fenster in den oft trüben Himmel stimmte die Bürger traurig, die Landwirte hingegen haben nach aktuellem Stand keinen Grund, sich um ihre Ernte zu sorgen.

„Wir erwarten in Europa und in den USA eine sehr gute Weizenente“, erklärt Bernhard Chilla, Marktanalyst Agrarerzeugnisse bei der AGRAVIS Raiffeisen AG. Er weiß, dass die Branche lokale oder regionale Probleme wegen Starkregens diskutiert, generell sind die Ertragserwartungen aber sehr gut. Das zeigen die ersten Schnitte von Weizen in Russland. Auch in Rumänien oder Deutschland werden überdurchschnittlich Weizen-Erträge erwartet. Nachdem der Mai zu trocken war, nahmen die Felder in den vergangenen Wochen reichlich vom dringend benötigten Wasser auf.

Bernhard Chilla hat die Preisentwicklung im Blick und erklärt: „Wir haben bisher keine Preisrallye gesehen. Große Bewegung gab es in den vergangenen Wochen nicht. Wenn, dann haben wir eher eine Rückwärtsbewegung gesehen.“ „Ob wegen des unbeständigen und nassen Wetters Qualitätseinbußen zu befürchten sind, kann man im Moment nicht sagen. Das können wir derzeit nicht quantifizieren“, erläutert Chilla. Er weist aber darauf hin, dass die Qualitäten des Weizens erst dann beeinträchtigt werden, falls sich eine ähnliche Wetterentwicklung, wie im Juli 2014 in Frankreich geschehen, durchsetzen würde. „Da ist die Ernte in Teilen Frankreichs wirklich abgesoffen.“

Nordrhein-Westfalen bekam im Juni mit durchschnittlich 150 Litern pro Quadratmeter deutschlandweit den meisten Regen ab. Üblich sind 84 Liter. Der bundesweite Schnitt lag bei rund 115 Litern pro Quadratmetern.

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