Bilanz-Pressekonferenz: Geschäftsjahr 2016

AGRAVIS: Strategie des nachhaltigen Wachstums

Seit Jahresbeginn 2017 hat Andreas Rickmers als Vorstandsvorsitzender das AGRAVIS-Ruder fest in der Hand – er setzt auf nachhaltiges, profitables Wachstum. Dazu tragen auch Akquisitionen, Kooperationen und unternehmerische Weichenstellungen bei. Deshalb will die AGRAVIS Raiffeisen AG ihre Marktposition stärken – in ihren Kerngeschäftsfeldern.

Weitere Kooperationen oder Akquisitionen

Bereits im Februar 2017 hatte die AGRAVIS unter anderem die Übernahme von 16 Raiffeisen-Märkten Raiffeisen-Märkten von der RWZ Rhein-Main eG sowie des Großhandelsgeschäftes für rund 50 Raiffeisen-Märkte im Arbeitsgebiet der RWZ bekanntgegeben. „Diesen Deal können wir jetzt umsetzen. Das Kartellamt hat uns in der vergangenen Woche grünes Licht gegeben“, so Rickmers, der sofort in die Zukunft blickt: „Und das sollte nicht die letzte Kooperation oder Akquisition in diesem Jahr sein. Wir sehen noch verschiedene Möglichkeiten, durch gezielte Schritte in unseren Kerngeschäftsfeldern zu wachsen.“

Hohes Maß an Veränderungsbereitschaft notwendig

„AGRAVIS ist gut aufgestellt – wir stehen auf einem stabilen Fundament“, betonte Rickmers, der seit knapp 100 Tagen den Vorstandvorsitz innehat. „Mir persönlich wurde der Einstieg bei der AGRAVIS leicht gemacht. Ich bin beeindruckt von der AGRAVIS-Familie – vom Management über den Führungskreis bis hin zu den Auszubildenden. Qualifizierte, motivierte Mitarbeiter, viel Know-how, unternehmerisches Denken und Handeln wird hier gelebt. In vielen Bereichen sind wir sehr gut unterwegs, aber natürlich gibt es auch noch Luft nach oben. Der Markt und die Anforderungen an die AGRAVIS-Gruppe verlangen weiterhin ein hohes Maß an Veränderungsbereitschaft.“

Bewährtes mit Neuem verbinden

Dabei hat der neue AGRAVIS-Chef klare Vorstellungen, wie er verdeutlichte: „Die AGRAVIS wird weiterhin eine Strategie des profitablen und nachhaltigen Wachstums verfolgen. An dem grundsätzlichen Unternehmenskurs wird sich nichts ändern. Wir werden bei der Umsetzung dieser Strategie vier klare Schwerpunkte setzen und dabei Bewährtes mit Neuem verbinden.“ Die AGRAVIS werde sich noch stärker als bisher auf Kundenorientierung ausrichten – und im genossenschaftlichen Verbund wachsen. Und: „Wir werden Nachhaltigkeit Nachhaltigkeit zu einem integralen Bestandteil unseres Geschäftsmodells machen sowie die Potenziale, die uns die Digitalisierung bietet, systematisch mit Innovationskraft und Innovationsstärke ausschöpfen“, sagte Rickmers.

Gezielte Internationalisierung

Die gezielte Internationalisierung des Geschäfts steht ebenfalls auf seiner Agenda – ohne dabei aber die regionale Stärke und den regionalen Marktausbau zu vernachlässigen, wie er meinte. Den Worten ließ der Vorstandsvorsitzende Fakten folgen: „Das Wachstum außerhalb der AGRAVIS-Kernregionen in Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg wird immer sichtbarer. Ja, wir wollen auch im Süden der Republik eine genossenschaftliche Alternative sein und unsere Stärken im Markt einbringen. Wir werden uns als nationaler Agrarhändler positionieren und im genossenschaftlichen Verbund auch außerhalb unseres Kernarbeitsgebietes wachsen.“ So seien die jüngsten Akquisitionen zu verstehen – und auch die AGRAVIS-Aktivitäten mit dem DoFu DoFu-Werk in Straubing, dem AGRAVIS-Agrarzentrum in Bamberg oder die Übernahme der Claas-Vertriebsrechte in der Region Rheinhessen/Pfalz.

Zusammenarbeit im genossenschaftlichen Verbund stärken

Dabei will der AGRAVIS-Chef die Zusammenarbeit im genossenschaftlichen Verbund stärken – sowohl im Süden als auch im Norden will das Unternehmen noch öfter Ansprechpartner für den genossenschaftlichen Großhandel sein. „Der Verbund ist ein Alleinstellungsmerkmal mit hoher Tragfähigkeit. Das zweistufige genossenschaftliche Geschäftsmodell wollen wir ausbauen.“ Dazu wird Hans-Georg Bruns, bis September 2017 noch stellvertretendes Vorstandsmitglied der AGRAVIS, anschließend sein eigenes Beratungsunternehmen gründen und unter anderem für die AGRAVIS-Gruppe die Zusammenarbeit im genossenschaftlichen Verbund weiterentwickeln. Parallel ist die AGRAVIS auf der Suche nach einem Vorstandsmitglied, einem COO, der das operative Geschäft stärken und hier Akzente setzen soll. „Passend zu unserer nachhaltigen Wachstumsstrategie“, wie Rickmers meinte.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Mit den Wachstumsfeldern „Nachhaltigkeit und Digitalisierung“ setzt AGRAVIS zudem auf „zwei weitere Schwerpunkte, die so von einem Agrarhandelsunternehmen sicherlich nicht unbedingt zu erwarten sind. Aber wir verstehen uns als innovatives Unternehmen. Wir wissen, dass wir unseren Kunden Lösungen bieten müssen, für Herausforderungen, die erst morgen kommen werden.“

Was das Geschäftsjahr 2017 angeht, ist Rickmers noch zurückhaltend. „Wir werden, so unsere aktuelle Einschätzung, weiterhin hart umkämpfte Märkte sehen, eher schwächere Preise bei Getreide und auch die Volatilität bleibt uns erhalten. Deshalb gehen wir 2017 für die AGRAVIS von einer Seitwärtsbewegung bei Umsatz und Ergebnis vor Steuern aus. Das soll sich dann 2018 positiv ändern.“