Bilanz-Pressekonferenz: Geschäftsjahr 2016

AGRAVIS baut Futtermittelbereich aus

Futtermittellager im Kraftfutterwerk


Die AGRAVIS Raiffeisen AG will ihre Marktposition als ein führender Anbieter von Futtermitteln Futtermitteln in Deutschland ausbauen. Das Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in Münster und Hannover setzt dazu auf ihr Produktions-Know-how und die Vertriebskompetenz, sodass Genossenschaften und Landwirtschaft unmittelbar davon profitieren sollen. „Wir glauben, dass noch erhebliches Marktpotenzial in vielen Regionen der Republik vorhanden ist. Davon wollen wir einen möglichst großen Anteil heben. Wir wollen durch Kooperationen, aber auch Akquisitionen in diesem Geschäftsfeld wachsen. Wir glauben an unsere Stärken, die es uns ermöglichen, auch in engen Märkten profitabel zu sein“, bewertete Andreas Rickmers, Vorstandsvorsitzender der AGRAVIS Raiffeisen AG, anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens.

Höhere Anforderungen aus dem Markt

„Die Anforderungen aus dem Markt heraus an die Futtermittelhersteller werden immer größer. Und die kann nicht mehr jedes Unternehmen alleine leisten“, gab sich Rickmers überzeugt davon, dass es sinnvoll sei, auch auf diesem Gebiet Synergien – sei es durch Kooperationen oder Akquisitionen – zu nutzen. Zu den Erfordernissen gehöre unter anderem, dass heute auch die Standards für eine GVO-freie Produktion von Futtermitteln erfüllt sein müssten. „Die AGRAVIS kann beides und hat den Anspruch, auch im Segment der GVO-freien Futtermittel höchste Qualität zu liefern“, unterstrich Rickmers. Das Unternehmen lässt nach und nach seine Hauptstandorte nach den Kriterien des Verbandes „Lebensmittel ohne Gentechnik“ (VLOG) zertifizieren. Auch im Biofutter-Segment setzt die AGRAVIS auf Zusammenarbeit und nimmt in den kommenden Wochen gemeinsam mit der RWG Hohe Mark Hamaland eG in Gescher das Gemeinschaftsunternehmen Biomühle Hamaland GmbH in Betrieb – in diesem Werk soll dann ausschließlich Biofutter produziert werden.

Produktion in der Region für die Region

Bereits im Sommer vergangenen Jahres hatte die AGRAVIS bekanntlich durch ihre Tochtergesellschaft DoFu Donaufutter GmbH DoFu Donaufutter GmbH in Straubing ein Werk für die Herstellung von Spezialfuttermitteln eröffnet. Vertrieblich war die AGRAVIS-Gruppe dort schon länger tätig, nun produziert sie in der Region für die Region. Dadurch entfällt außerdem der logistische Aufwand, die Futtermittel von Nord nach Süd zu transportieren. „In Bayern gibt es eine Nachfrage nach einem genossenschaftlichen Partner. Die bedienen wir“, betonte der AGRAVIS-Chef. Aktuelle Veränderungen auf dem bayerischen Markt mit zwei Standortaufgaben eröffnen dem Werk in Straubing nun weitere Perspektiven, sodass inzwischen auch nennenswerte Mengen an Mischfutter dort produziert werden. „Auch personell haben wir uns auf die neue Situation eingestellt – sowohl im Werk selbst als auch im Außendienst“, so Rickmers.

Beteiligungsmodelle mit regionalen Raiffeisen-Genossenschaften

Die Ausdehnung auf neue Vertriebsgebiete in Deutschland ist das eine, die Zukunftssicherung in den angestammten Regionen der AGRAVIS das andere. „Deswegen haben wir seit dem Jahr 2016 weitere Beteiligungsmodelle mit regionalen Raiffeisen-Genossenschaften gegründet“, erklärte Rickmers diese Strategie. So wie es in Oldenburg schon seit mehr als zehn Jahren erfolgreich praktiziert wird, beteiligten sich regionale Genossenschaften 2016 in Münster und zu Jahresbeginn 2017 in Lingen an den dortigen Futtermittelwerken der AGRAVIS. „Dazu haben wir Produktionsgesellschaften gegründet und den Genossenschaften 50 Prozent der Anteile zur Verfügung gestellt“, erläuterte Rickmers das Prinzip nach dem Motto: Aus Kunden werden Gesellschafter. Erhebliche Teile der jährlichen Tonnage werden an den drei Standorten auf diese Weise abgesichert, was angesichts der Schaffung von immer neuen Produktionskapazitäten im Markt ein erheblicher Beitrag zur langfristigen Sicherung der Werke ist. „In Oldenburg, Münster und Lingen zusammen sind heute mehr als 40 Raiffeisen-Genossenschaften Teilhaber an den Futtermittelwerken, die wir früher alleine betrieben haben“, verwies Andreas Rickmers auf den gemeinsamen Kurs innerhalb des genossenschaftlichen Verbundes. „Wir können uns dieses Modell auch für weitere Regionen vorstellen.“