Agrarunternehmertage 2017

Gesund und munter durch die kalte Jahreszeit: Viele Faktoren beeinflussen Kälberaufzucht


Intensiv gefütterte Kälber kommen gut mit der Haltung im Großraumiglu zurecht. Bei der Haltung im Stall muss auf die Luftqualität geachtet werden.


Obwohl die Anzahl der Kälbergeburten im Winterhalbjahr auf vielen Milchviehbetrieben nicht größer ist als in den Sommermonaten, ist eine höhere Erkrankungsrate der Kälber in dieser Jahreszeit zu beobachten. Damit die Probleme nicht Überhand nehmen, nachfolgend einige Tipps zur Aufzucht im Winter.

Anzustreben sind drei bis vier Liter Biestmilch in den ersten zwei Stunden. Wird diese Menge nicht freiwillig getrunken, sollte gedrencht werden. Mit dem Softdrencher erfolgt diese Maßnahme besonders schonend. Die frühe Versorgung der Kälber mit einer hochwertigen Biestmilch stellt eine lebensverlängernde Maßnahme dar. Die Qualität der Biestmilch lässt sich mit einer Spindel einfach feststellen. Ist die Biestmilch nicht in Ordnung, kommt Miravit Oramun plus zum Einsatz. Eine Versorgung der Neugeborenen mit Eisen und Selen als Injektion ist immer empfehlenswert.

Fütterung beeinflusst den Erfolg der Kälberaufzucht

Die Hygiene spielt in Bezug auf die Kälbergesundheit eine entscheidende Rolle. Die Ursache der meisten Durchfallerkrankungen liegt in einer Fäkalinfektion. In der Praxis ist es zwar nicht möglich, zum Zeitpunkt der Geburt hygienisch optimale Bedingungen zu gewährleisten. Ein erster Schritt ist allerdings die reichlich eingestreute Abkalbebox. Gezielt können wir erst in der Einzelbox eingreifen. Diese muss nach jeder Belegung mit Desintec StallClean Basis Desintec StallClean Basis gewaschen werden. Die Boxen ausschließlich mit kaltem Wasser unter Hochdruck zu reinigen, reicht nicht aus, der Fettfilm wird nicht gelöst. Eine anschließende Desinfektion mit Desintec FL-des Allround ist empfehlenswert.

Die Fütterung beeinflusst den Erfolg in der Kälberaufzucht besonders in der kalten Jahreszeit. Gegenüber der Sommerfütterung benötigt das Kalb im Winter etwa zwei Liter mehr Vollmilch pro Tag. Eine Intensivierung der Aufzucht macht sich gerade im Winter in jeder Hinsicht bezahlt. Die Anzahl der Durchfallerkrankungen nimmt ab. Die Abwehrkräfte der Tiere nehmen zu und bewirken, dass auftretende Infektionen weniger stark ausgeprägt sind. Außerdem beweisen aktuelle Forschungen, dass diese Kälber später als Milchkühe höhere Leistungen bringen und länger in der Herde verbleiben.

Entmisten für eine gute Luftqualität

Ein Kalb ist in den ersten vier Lebenswochen ein Säugling und damit auf Milch angewiesen. Vollmilch sollte nicht mit Wasser verdünnt werden. Zu empfehlen ist eine Ergänzung der Wirkstoffe mit Miravit MilkIdeal. Kommt eine Milchaustauschertränke zum Einsatz, sollte diese mit 160 bis 180 Gramm pro Liter Wasser angeboten werden. Nach der dritten Woche könnte man die Konzentration um 20 Gramm reduzieren, nach der sechsten Woche noch einmal. Es versteht sich von selbst, dass die Tränke in den ersten vier Wochen keine pflanzlichen Proteine enthalten sollte. Deshalb empfiehlt sich CombiMilk Galant (40 Prozent Magermilchpulver) oder CombiMilk Galant plus (60 Prozent Magermilchpulver) nach der Biestmilchphase.

Tränkemengen pro Tag

  • 1. Woche: 8 Liter
  • 2. Woche: 10 Liter
  • 3. Woche: 12 Liter
  • danach wird in den nächsten 50 Tagen linear abgetränkt.

Häufiges Entmisten ist die effektivste Maßnahme, um die Luftqualität im Kälberstall zu verbessern. Alle 14 Tage sollte diese Arbeit fest eingeplant werden.

Die Atemwegsinfektionen der jungen Rinder hängen direkt mit der Qualität der Stallluft zusammen. Die Schadgaskonzentration spielt hier eine entscheidende Rolle. Vor allem der Ammoniak beeinflusst die Stabilität und damit die Abwehrkräfte der Schleimhäute. Diese werden dünnflüssiger, die Nase läuft, die Augen tränen. Da Schadgase schwerer sind als Luft, sammeln sie sich im Liegebereich der Kälber. Um diesen Bereich zu belüften, ist eine Luftbewegung im Stall notwendig, die zeitweise auch als Zugluft empfunden wird. Intensiv gefütterte Kälber kommen damit allerdings sehr gut zurecht.

Wenn Sie Fragen oder weiteren Informationsbedarf zu diesem Themenkomplex haben, wenden Sie sich an Ihren Produktionsberater, an Klaus Bürsken unter Telefon 0172 . 5306363 oder wählen die kostenlose CombiMilk- CombiMilk-Hotline 0251 . 682-1133.