Verkäufer Mathias Stroech tauschte Möbel- gegen Landtechnik-Branche


Auch das gehört zum Job eines Verkäufers: In der Werkstatt sieht sich Mathias Stroech (re.) zusammen mit Werkstattmeister Manfred Möbius regelmäßig die Maschinen an und lässt sich auf den aktuellen Stand bringen.

Aller guten Dinge sind zwei

Der Beruf des Agrochemikers ist heute nahezu unbekannt. Angeboten wurde die entsprechende Ausbildung vor allem in der ehemaligen DDR. Mathias Stroech entschied sich vor 33 Jahren für diese Laufbahn. Acht Jahre lang brachte er chemischen und organischen Dünger aus, bediente, pflegte und wartete Spritzgeräte, Transport- und Düngerstreufahrzeuge. Dann kam 1990 die Wende und mit ihr viele Veränderungen. „Ich wurde plötzlich auf den Arbeitsmarkt gespült“, erinnert sich Stroech. Damals schwor er sich, nie wieder nach Rackith, wo er bis dahin gearbeitet hatte, zu kommen. Heute ist er aber genau dort, am Standort der AGRAVIS Technik Sachsen-Anhalt/Brandenburg GmbH AGRAVIS Technik Sachsen-Anhalt/Brandenburg GmbH , Niederlassungsleiter und zuständig für den Vertrieb von Neu- und Gebrauchtmaschinen.

Umweg in der Karriere

Doch auf dem Weg zurück nach Rackith nahm Stroech einen kleinen Umweg. Er kehrte der Landwirtschaft den Rücken und arbeitete 17 Jahre lang erfolgreich als Verkäufer in einem Küchenstudio sowie in einem Möbelhaus. „Das hat mir großen Spaß gemacht und war genau die richtige Kombination aus der Arbeit mit Menschen und dem Umgang mit Zahlen“, sagt der 49-Jährige. Einziger Haken: das Pendeln zur Arbeitsstätte unweit von Bitterfeld. Denn so ganz hat der gebürtige Wittenberger seine Heimat nie verlassen und fuhr so am Tag rund 100 Kilometer. Und ebenso, wie er seiner Heimat treu blieb, hielt er auch stets zu seinem ehemaligen Kollegen Klaus Köhler Kontakt, heute Geschäftsführer der AGRAVIS Fläming-Mittelelbe GmbH in Rackith.

Zurück zu den Landmaschinen

„Mich hat die ganze Branche nicht losgelassen“, erklärt Stroech. Die Landwirtschaft an sich, aber besonders die großen Maschinen und ihre Technik hatten und haben es ihm angetan. Deshalb war er begeistert, als ihm 2007 der Job als Landmaschinen-Verkäufer angeboten wurde. Da es in Rackith damals keine reine Technik-Niederlassung gab, startete Stroech bei der AGRAVIS Sachsen-Anhalt/ Brandenburg GmbH in Köthen. Nur zwei Jahre später wurde Rackith eine Niederlassung der Technik-Gesellschaft und Mathias Stroech ihr Leiter. Eine rasante Entwicklung, die kaum jemand auf der Rechnung hatte – nicht mal er selbst: „Anfangs dachte ich, das wird nichts, ich habe alles falsch gemacht. Aber es hat sich nach und nach entwickelt.“ Seitens des Konzerns habe er viel Zeit bekommen sowie die Möglichkeit, diverse Schulungen sowie einen speziellen Verkäuferlehrgang zu besuchen und sich wieder in die Thematik hineinzufuchsen. Ein Umstand, den er immer noch sehr zu schätzen weiß: „Das ist nicht selbstverständlich.“ Ein bisschen sei ihm auch der Umstand zugutegekommen, dass ihn bei den ortsansässigen Mitbewerbern niemand so richtig auf der Rechnung gehabt habe – dem Ruf als „Küchenverkäufer“ sei Dank. „Als ich aber meine ersten Maschinenn verkauft und mir einen Kundenstamm aufgebaut hatte, war es für sie zu spät“, berichtet Stroech mit einem verschmitzten Lächeln.

Den größten Unterschied zwischen seinem früheren und seinem jetzigen Job sieht er in der Beziehung zwischen Kunden und Verkäufer: „Es zählt nicht nur das kurzfristige Geschäft, Landwirte sind keine Laufkundschaft. Ich bekomme viel mehr mit von den Ängsten, von der Situation auf dem Betrieb, von den Zukunftsplänen und muss sehen, dass mein Angebot optimal in dieses Gefüge passt. Das ist viel Verantwortung.“ Dieser stellt sich Mathias Stroech zusammen mit einem immer größeren Team. Acht Schlosser, zwei Verkäufer sowie ein Meister und zwei Mitarbeiterinnen, die sich um Administration und Ersatzteilverkauf kümmern, sind aktuell in Rackith beschäftigt.

Service ist unser Feld. Mehr Informationen erhalten Sie auf der AGRITECHNICA. Stand A13 - Halle 20.