Nährstoffbeize: Minimengen mit Riesenwirkung

Turbo-Start der Maispflanze bei reduziertem Phosphor-Einsatz


Werner Schmidt, Leiter des AGRAVIS-Bereichs Saatgut, Willi Funke, Geschäftsführer der Raiffeisen Ems-Vechte eG, und Landwirt Hermann Thiering sind überzeugt von der Wirksamkeit der Nährstoffe direkt am Maiskorn (v. re.).

Erst zu kalt und nass, später zu heiß und trocken – die deutschen Klima- und Bodenbedingungen machen dem Mais das Wachstum vielerorts schwer. Auch Hermann Thiering aus dem emsländischen Haselünne kann ein Lied davon singen. Der Landwirt baut für die Fütterung seiner Sauen und Mastschweine mit Corn-Cob-Mix (CCM) auf 80 Hektar Körnermais an.

Ein Teil seiner Flächen befindet sich im Poldergebiet, diese moorigen Standorte sind schwer und kalt. „Im Frühjahr können wir den Mais erst spät legen, im Herbst müssen wir möglichst früh ernten“, erläutert der 34-Jährige. „Der Mais muss also den Turbo einlegen. Deshalb bauen wir auf diesen speziellen Standorten nur Mais mit einer FAO-Zahl von unter 200 an. Außerdem sichern wir mit speziell gebeiztem Mais-Saatgut Mais-Saatgut einen guten Start ab.“

Bei rund 2,56 Mio. Hektar lag die gesamte Anbaufläche für Mais in Deutschland im Jahr 2016.

Die „Trailer“-Beize enthält Stickstoff, Phosphor und Zink. Die Nährstoffe stehen der jungen Pflanze unmittelbar zur Verfügung. „Ein Nährstoff-Kick direkt am Korn, der sich lohnt“, berichtet Thiering aus seiner Erfahrung.

Versuche zeigten Ertragssteigerungen

Die AGRAVIS Raiffeisen AG und die Raiffeisen Ems-Vechte eG Raiffeisen Ems-Vechte eG bieten seit drei Jahren exklusiv Maissorten mit der Nährstoffbeize „Trailer“ an. Die Inhaltsstoffe der Beize – 9 Prozent Stickstoff, 15 Prozent Phosphor und 18 Prozent Zink – sichern die maßgebliche Nährstoffversorgung für das Jugendwachstum. Werner Schmidt, Leiter des Bereichs Saatgut der AGRAVIS Raiffeisen AG Bereichs Saatgut der AGRAVIS Raiffeisen AG, und Willi Funke, Geschäftsführer der Raiffeisen Ems-Vechte eG, waren von Anfang an überzeugt von der Wirksamkeit der Nährstoffbeize: „Mit ‚Trailer‘ gebeizter Mais erhält eine Starthilfe, die die Basis für das gesamte Wachstum bildet – besonders unter kalten, schwierigen Bedingungen oder bei Trockenheit.

"Eine effektivere Möglichkeit, das Saatgut optimal auf das Wachstum vorzubereiten, gibt es nicht."

Werner Schmidt, Leiter des Bereichs Saatgut der AGRAVIS Raiffeisen AG

Und das bei kleinsten Mengen!“ Nur acht Liter der Beize kämen auf 1.000 Kilogramm Saatgut, für Phosphor bedeute dies 50 Gramm pro Hektar. „Eine Menge, die aufgrund ihrer Geringfügigkeit nicht in die bevorstehende Novellierung der Düngeverordnung einfließt, aber diverse positive Auswirkungen hat“, betont Funke. Versuche in den vergangenen zwei Jahren zeigten Ertragssteigerungen gegenüber herkömmlichem Saatgut. Im Stärke- und Energiegehalt seien es durchschnittlich jeweils 3,1 Prozent, in der Verdaulichkeit 1,8 Prozent. „Der Einsatz von Nährstoffbeizen kann nicht die mineralische Düngung ersetzen, aber gerade auf Flächen mit hohen P-Gehalten und daher begrenztem Einsatz von mineralischem Phosphor ist es eine optimale und hochwirksame Lösung“, ergänzt Schmidt. „Die Düngebilanz viehhaltender Betriebe vor allem in Nordwestdeutschland wird deutlich entlastet und der betriebseigene Wirtschaftsdünger kann besser verwertet werden.“

Beizung erfüllt Vorgaben der Staubbelastung

Der Maisanbau in der Grafschaft Bentheim und dem Emsland, dem Arbeitsgebiet der Raiffeisen Ems-Vechte, liegt bei 50 Prozent der gesamten Ackerfläche und spielt damit eine wichtige Rolle für die Landwirtschaft. Mittlerweile sind über 50 Prozent des von der Genossenschaft verkauften Maissaatgutes „Trailer“-Mais, Tendenz steigend. Rückläufig sei dagegen der eingesetzte mineralische Dünger: „460.000 Kilogramm Phosphat haben unsere Kunden dadurch eingespart.“ Auch die AGRAVIS verzeichnet eine steigende Nachfrage nach „Trailer“. „Wir bieten ein Standardprogramm an Maissorten mit ‚Trailer‘ an“, erklärt Werner Schmidt. Das Saatgut könne gleichzeitig mit fungizider oder insektizider Beize bearbeitet werden. Die komplette Beizung erfolge in einem Beizgang, um das Saatgut schonend zu behandeln, und erfülle alle Vorgaben hinsichtlich der zulässigen Staubbelastung. Die Aussaat erfolge mit herkömmlichen Maislegegeräten. „Das Korn versorgen und schützen – dies wird die Lösung der Zukunft sein“, ist sich Schmidt sicher. „Eine effektivere Möglichkeit, das Saatgut optimal auf das Wachstum vorzubereiten, gibt es nicht.“

Das Gesamtpaket stimmt

Auch Hermann Thiering ist vom „Trailer“-Saatgut überzeugt und setzt es mittlerweile auf allen Maisflächen ein. „Wir haben durchweg gute Erfahrungen mit dem nährstoffgebeizten Mais gemacht. Auf den kalten, nassen Standorten sehen wir die Verbesserung schon durch den Rückgang der typischen violetten Verfärbungen. Auf den anderen Flächen setzen wir es unter dem Aspekt der Absicherung vor allem bei Wetterkapriolen ein, die vermehrt auftreten. Nicht zuletzt konnten wir den Einsatz von Mineraldünger zugunsten der eigenen Nährstoffe aus der Schweinehaltung reduzieren. Das Gesamtpaket stimmt also.“

Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es bei Werner Schmidt, Telefon 0511 . 973396-36, werner. schmidt@agravis.de, und bei der Raiffeisen Ems-Vechte, Telefon 05965 . 9403607.