Regelmäßige Grünlandpflege sichert Qualität und Ertrag

Es ist nie zu spät

Der Spätsommer eignet sich hervorragend zur Grünlandpflege und bildet somit die Grundlage für Qualität und Ertrag im folgenden Jahr. Aus dem vergangenen milden Winter ist die Grünlandsaison zwar häufig ohne Auswinterungsschäden durch Kahlfröste gestartet, doch war das Frühjahr vielerorts zu nass für die wichtigen Pflegemaßnahmen und den üblichen Frühjahrsputz der Grasnarbe. Für die Grünlandpflege ist es jedoch nie zu spät. Insbesondere die günstigen Witterungsbedingungen in den kommenden Wochen eignen sich ausgesprochen, um die Grünlandbestände durch Nachsaat und eine ausgewogenen Nährstoffversorgung fit zu halten.


Hilfreiche Plantinum-Nachsaatmischung

Auf beweideten Flächen sind häufig Narbenschäden durch Tritt und Geilstellen zu verzeichnen, aber auch auf Schnittflächen kommt es durch die intensive Nutzung zwangsläufig zur Ausdünnung des Bestandes. Damit in diesen Fällen Unkräuter und Ungräser nicht Überhand gewinnen und die Narbe leistungsstark bleibt, empfiehlt sich die Nachsaat mit 5 bis 10 Kilogramm Plantinum Plantinum -Nachsaatmischung pro Hektar. Mit der abnehmenden Wuchsleistung der Altnarbe sinkt auch deren Konkurrenzkraft.

Neben der Gefahr, dass sich Unkräuter und unerwünschte Gräser etablieren, bieten sich diese Bedingungen auch ideal für eine Nachsaat an. Zusätzliche Sicherheit entsteht durch die ausreichende Bodenfeuchte im Spätsommer.


Maulwurfhaufen abschleppen

Da Maulwürfe nicht bekämpft werden dürfen, bleibt nur das wiederholte Abschleppen der Haufen. Gleiches gilt für das Abtragen der Kotfladen/Geilstellen nach Beweidung. Sinnvoll ist somit die Kombination der Arbeitsgänge mit einem Striegel mit Crossboard. Das Crossboard ebnet Fladen und Erdaufwürfe ein, das Striegelfeld verteilt diese, lockert die Narbe und entfernt die Jährige Rispe. Zu guter Letzt wird während der Überfahrt das Saatgut für die Nachsaat ausgebracht.

Regelmäßige Nachsaat oder Neuansaat

Ein zu starker Unkrautbesatz verdrängt wertvolle Gräser, wobei eine Nachsaat allein oft nicht mehr ausreichend ist. Auf den beweideten Flächen kann die Ausbreitung der Unkrautnester durch eine regelmäßige Nachsaat begrenzt werden. Bei anhaltendem Unkrautdruck auf Weideflächen sowie auf Schnittflächen bietet sich die Flächenspritzung mit einem Herbizid innerhalb der gesetzlich vorgegebenen Zulassungen und Wartezeiten an, beispielsweise 2,0 Liter/Hektar Ranger (unter anderem Ampfer, Löwenzahn, Brennnessel, Vogelmiere). Auf Flächen deren Anteil an hochwertigen Gräsern unterhalb von 60 Prozent und deren Unkrautbesatz oberhalb der Schadschwelle liegt (wie stumpfblättriger Ampfer: drei bis fünf Pflanzen/10 Quadratmeter) führen auch die zuvor genannten Maßnahmen nur zu mäßigem Erfolg und es sollte eine Neuansaat in Betracht gezogen werden.

Im Winter die Narbe gut vorbereiten

Eine intensive Grünlandbewirtschaftung setzt die gute Vorbereitung der Narbe für den Winter voraus. Zunächst gilt es, die Nährstoffversorgung sicher zu stellen. Den Grundbaustein für eine ausgewogene Pflanzenernährung legt dabei der pH-Wert. Intensive Nutzungen zehren am Kalkvorrat des Bodens (ca. 350 Kilogramm CaO/Hektar und Jahr), entsprechend sinkt der pH-Wert und damit die Nährstoffverfügbarkeit. Eine genaue Auskunft über die Versorgung der Bestände geben die Bodenuntersuchungen. Leistungsstarke Narben sollten vor dem Winter zudem ausreichend mit Kalium versorgt werden. Kali ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt und trägt maßgeblich zur Gesundheit und entsprechend zur Frosttoleranz der Pflanzen bei.

Rostkrankheiten und Frostschäden vorbeugen

Durch eine Herbstgabe von beispielsweise 1 bis 1,5 Dezitonnen 40er Kali pro Hektar können Rostkrankheiten und Frostschäden vorgebeugt werden. Neben der Nährstoffversorgung sollte sichergestellt werden, dass die Bestände nicht zu lang in den Winter gehen. Ideal ist eine Aufwuchshöhe von einer Handbreite. Zu üppige Bestände bieten Schadnagern wie Feldmäusen neben der Nahrung eine Herberge über den Winter. Nicht nur die Mäuse, sondern auch Pilze wie der Schneeschimmel fühlen sich in überwachsenen Beständen äußerst wohl. Die Folgen sind eine verstärkte Futterverschmutzung und Verunkrautung bzw. Verungrasung durch die entstehenden Lücken.

Weitere Informationen gibt es bei Imke Hansing, Tel. 01 70 . 1851120, imke.hansing@agravis.de