Phosphoroptimierte Rationsberechnung

Innovative Rationsberechnung

Eine bedarfs- und leistungsgerechte Phosphorversorgung von Milchkühen spielt im Kontext einer wirtschaftlichen und zukunftsorientierten Milchproduktion eine zentrale Rolle. Umweltpolitisch wird Phosphor zunehmend kritisch diskutiert. Die bevorstehende Novellierung der Düngeverordnung mit einer einhergehenden verstärkten Reglementierung der Phosphordüngung ist nur ein Beleg dafür. Die mediale Berichterstattung zum Thema Gülletourismus oder auch zur Eutrophierung von Gewässern aufgrund angeblich überhöhter Wirtschaftsdüngereinträge sind andere. Grundsätzlich handelt es sich jedoch bei (mineralischen) Phosphorquellen wie beispielsweise Monocalciumphosphat um endliche Ressourcen, die es restriktiv und dem aktuellen Wissensstand entsprechend einzusetzen gilt.

Auf eine Phosphorüberversorgung reagiert die Milchkuh mit erhöhten Phosphorausscheidungen über den Kot. Dadurch belastet sie die betriebsindividuelle Nährstoffbilanz und erhöht unter Umständen den landwirtschaftlichen Flächenbedarf des Betriebes bzw. die zu exportierende Güllemenge.

Folgen eines Phosphormangels

Die Auswirkungen einer Phosphorunterversorgung wirken sich bei einer Milchkuh genauso drastisch aus. Als zentrales Element für viele Körperfunktionen und Stoffwechselprozesse sowie den Knochenbau ist bei einem Phosphormangel in der Ration mit einer mangelhaften Pansenfermentation beim Wiederkäuer zu rechnen. Daraus resultieren ein drastischer Rückgang der Mikrobenaktivität im Pansen, eine Verschlechterung der Rationsverdaulichkeit sowie eine Verringerung der mikrobiellen Eiweißproduktion. Als sichtbare Folgen sind bei einem Phosphormangel unverdaute Futterpartikel im Kot und am Tier der Rückgang der Futteraufnahme, Milchleistung, Fruchtbarkeit sowie des Gesundheitsstatus zu beobachten. Bekanntermaßen besitzen Futtermittel pflanzlicher Herkunft zum Teil sehr unterschiedliche Phosphorgehalte. Zusätzlich liegt davon ein großer Teil als phytatgebundener Phosphor vor. Dieser kann erst nach einem enzymatischen Abbau im Pansen als Phosphat von den dort ansässigen Mikroben und vom Wiederkäuer im Dünndarm absorbiert werden.

Phosphorgehalte in der Gras- und Maissilage, Ernte 2016 Phosphorgehalte in der Gras- und Maissilage, Ernte 2016

Dieses Wissen hat in der Vergangenheit nicht selten dazu geführt, dass bei der Rationsgestaltung auf der Basis des Gesamt- bzw. Brutto-Phosphors mit entsprechenden „Sicherheitszulagen“ in Form von beispielsweise Monocalciumphosphat gearbeitet werden musste. Nur so ließen sich extreme Schwankungen in den futtermittelspezifischen Phosphorgehalten und -verdaulichkeiten ausgleichen, die andernfalls zu rationsbedingten Leistungsdepressionen aufgrund eines Phosphormangels im Pansen oder am Dünndarm hätten führen können.

Phokus

Phokus

Phokus steht für ein völlig neues und innovatives Rationsberechnungstool, welches die Rationsgestaltung auf der Basis des darmverdaulichen Phosphors bei der Milchkuh optimiert und gleichzeitig den Phosphorbedarf der Pansenmikroben berücksichtigt. So wird eine gezielte Absenkung des Brutto-Phosphorgehaltes in der Gesamtration ermöglicht. Auf der Basis der betriebsindividuellen Nähr- und Mineralstoffanalysen der eingesetzten Silagen berechnet der AGRAVIS Produktionsberater mit Phokus eine bedarfsgerechte und phosphoroptimierte Milchviehration unter Berücksichtigung der möglichen Phosphoreinsparung in der Ration. Dafür werden entsprechende Lakto Lakto oder Laktaria Laktaria Ausgleichs- und VitaMiral-Mineralfutter VitaMiral-Mineralfutter in der Rationsgestaltung eingesetzt. Diese neuartige Form der Rationsberechnung spart Futterkosten, verringert nachhaltig die Phosphorüberhänge in der Ration und leistet gleichzeitig einen Beitrag zur zukunftsorientierten Milcherzeugung.

Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es bei Ihrem AGRAVIS Produktionsberater oder bei Dr. Peter Rösmann, Telefon 0251 . 682-2262, peter.roesmann@agravis.de.