Energie aus der pinken Tasse

Landwirtin Katharina Rölfer und AGRAVIS-Spezialberater Jan-Bernd Upgang sind überzeugt, dass die Beifütterung viele positive Effekte bringt.
Landwirtin Katharina Rölfer und AGRAVIS-Spezialberater Jan-Bernd Upgang sind überzeugt, dass die Beifütterung viele positive Effekte bringt.

Betrieb Schulze Pellengahr erzielt positive Effekte durch Beifütterung

Neugierig schnüffelt das fünf Tage alte Ferkel an der pinken Tasse. In jeder Abferkelbucht des Vermehrungsbetriebes von Dirk Schulze Pellengahr in Ascheberg ist ein Milchcup des Neopigg Rescue Care-Systems installiert. Nach einigen Versuchen hat das Tier schon herausgefunden, was es mit dem Cup auf sich hat: Betätigt es den Saugnippel, füllt sich der kleine Behälter mit Ferkelmilch. Mit den ersten Schlucken nimmt das Ferkel nur ein paar Milliliter auf, aber im Laufe der nächsten drei Wochen wird sich die Menge täglich steigern.

Das Neopigg Rescue Care-System

An den ersten vier Lebenstagen werden die Tiere ausschließlich von der Mutter gesäugt. Ab dem fünften bis zum 14. Tag erhalten die Tiere die Ferkelmilch Rescue Milk Ferkelmilch Rescue Milk zusätzlich über die Cups. Danach steht in den Tassen bis zum 25. Tag der flüssige Prestarter Rescue Smooth Prestarter Rescue Smooth zur Verfügung. „Jedes Ferkel nimmt bis zum Absetzen zusätzlich zur Muttermilch insgesamt zirka 1,5 Liter Milch, also 150 bis 200 Gramm Pulver, und 2 Liter Smooth – das sind 300 Gramm Pulver – auf“, erläutert AGRAVIS-Spezialberater Jan-Bernd Upgang, der dem Betrieb gemeinsam mit der Raiffeisen Ascheberg eG in allen Fragen rund um die Sauenhaltung zur Verfügung steht.

Vorteile der automatischen Ferkelbeifütterung

Betriebsleiter Dirk Schulze Pellengahr ist froh, dass er sich vor zwei Jahren für das System der automatischen Ferkelbeifütterung entschieden hat. „Wenn wir die Anlage nicht hätten, würden die Sauen bei den steigenden Lebendgeborenen an ihre Grenzen in Sachen Milchversorgung kommen. Nun können mehr Ferkel bei der Sau bleiben und müssen nicht umgesetzt werden – ein wichtiger Vorteil für uns als Vermehrungsbetrieb.“ Der Landwirt berichtet von weiteren positiven Effekten: Die Absetzgewichte konnten um durchschnittlich 300 Gramm erhöht werden und die Würfe sind nun gleichmäßiger. Gleichzeitig wird die Milchaufnahme bei der Sau gefördert, da die Ferkel vitaler sind. Die Sauen gehen außerdem gut trainiert in die nächste Runde und werden nicht übermäßig beansprucht. Jan-Bernd Upgang ergänzt: „Muttermilch ist das Beste und die Neugeborenen müssen in den ersten Tagen genug davon aufnehmen. Bei der Sau muss darauf geachtet werden, dass die Milchproduktion richtig in Gang kommt. Dann kann mit der Beifütterung gestartet werden.“

Katharina Rölfer und Tim Reismann, die sich auf dem Betrieb ebenfalls um die 500 Sauen und ihre Nachzucht kümmern, bestätigen die Arbeitserleichterung. „Wir haben vorher zweimal am Tag Milch mit der Gießkanne in Schalen verteilt, aber das war im Vergleich zur Cup-Anlage viel mühsamer und die Aufnahme war auch nicht gut. Außerdem waren die Schalen ständig verschmutzt. Nicht zu vergessen der Arbeitsaufwand und die damit verbundene Zeit, die für das Anmischen, Reinigen und Befüllen der Schalen nötig war.“ Die Cups würden aufgrund ihres geringeren Durchmessers und ihrer Höhe fast gar nicht verschmutzt. Insgesamt stellten sie nach der Installation der Anlage fest, dass eine ganze Menge an Arbeitszeit eingespart werden konnte und dass die Ferkel deutlich gleichmäßiger wachsen.

Reinigung des Systems

Jeden Morgen werden Rescue Milk- und Smooth-Pulver mit Wasser per Hand in zwei große Behälter gefüllt. Alles weitere erledigt die Rescue Care-Anlage automatisch. In jedem Behälter ist ein Rührwerk integriert, das Pulver und Wasser vermischt – pro Stunde dreimal. Die zusätzliche Milchversorgung wird über eine Ringleitung automatisch in die Neopigg Rescue Cups gepumpt und steht den Tieren 24 Stunden ad libitum zur Verfügung. „Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Reinigung des Systems“, erläutern Katharina Rölfer und Tim Reismann. „Einmal in der Woche werden Behälter, Leitungen und Cups mit Desintec AMS Clean A Desintec AMS Clean A plus heißes Wasser gereinigt. Am Ende der Beifütterung werden beide Produkte hintereinander eingesetzt. „Der Reinigungsplan ist wichtig, damit sich kein Biofilm bildet, der Zeitaufwand dafür ist aber sehr überschaubar“, berichten die beiden. „Und die Zeit, die wir dank der Anlage gewonnen haben, ist bei der Tierbeobachtung und für Managementaufgaben sinnvoller eingesetzt.“

Ausführliche Informationen gibt es bei den AGRAVIS-Produktionsberatern, bei Alexandra Grimm, Telefon 0251 . 682-2286, alexandra.grimm@agravis.de, und Jan-Bernd Upgang, Telefon 0172 . 2807986, jan-bernd.upgang@agravis.de.

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