Biogas: Dokumentations- und Prüfpflichten erfolgreich bewältigen

07.06.2017

Biogas wird als Gefahrstoff eingestuft. Es gibt eine Vielzahl an Regelungen, die Betreiber von Biogasanlagen stetig im Blick haben müssen. Jörg Friehe von der Terravis GmbH, einem Tochterunternehmen der AGRAVIS, ist Experte für das Thema Anlagensicherheit und unterstützt Betriebe bei Dokumentations- und Prüfpflichten.

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Anlagenbetreiber Nabers und Berater Friehe besichtigen die Anlage.Biogas: Dokumentations- und Prüfpflichten erfolgreich bewältigen
Anlagenbetreiber Nabers und Berater Friehe besichtigen die Anlage.

Familie Nabers aus Ahaus-Alstätte im nordrhein-westfälischen Kreis Borken betreibt seit 2009 eine Biogasanlage. Die Anlage wird mit 20 Tonnen nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Zwischenfrüchten und Ganzpflanzensilage sowie Gülle aus dem eigenen Schweinemastbetrieb gefüttert. Gestartet mit 180 kW, einem Fermenter mit 1.200 m3 und einem Gärrestlager von 3.400 m3 vergrößerte der Landwirt die Anlage 2013 mit einem 1.500 m3 fassenden Fermenter, einem 2.700 m3 großen Nachgärer sowie einem weiteren Motor auf 500 kW.

Hohe Auslastung

Zwei Zündstrahlmotoren bringen die Anlage auf eine Laufleistung von 8.660 bis 8.700 Stunden pro Jahr von möglichen 8.760. „Das ist eine Auslastung von 99 Prozent“, berichtet Betriebsleiter Stefan Nabers. „Aber für die Wirtschaftlichkeit der Anlage und natürlich auch unsere Abnehmer ist die hohe Zuverlässigkeit ein Muss.“ Neben dem eingespeisten Strom wird die Abwärme der Motoren für den eigenen sowie zwei weitere landwirtschaftliche Betriebe, einen Industriebetrieb und zehn Wohnhäuser über ein Wärmenetz zur Verfügung gestellt.

Wachsende Dokumentationspflicht

Dokumentation Seit dem Start 2009 hat sich für Nabers viel geändert: „Die Aktenordner mit Dokumentationen und Nachweisen sind stetig gewachsen – deutlich mehr als die Anlage“, schmunzelt der 46-Jährige. „Jedes verbaute Teil muss ein Zertifikat haben. Hinzu kommen tägliche Dokumentationen wie Einsatzstofftagebuch, Wartungskontrollarbeiten, Schädlingsbekämpfung und vieles mehr. Nicht zu vergessen diverse Checklisten mit Gefahrenabwehrplan, Notfallmaßnahmen und Maßnahmen bei Betriebsstörungen, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Ordner müssen also stetig gepflegt werden.“Bei der Genehmigung sind sechs bis sieben Behörden involviert, beispielsweise die Untere Wasserbehörde und die Immissionsschutzbehörde.Zusätzlich muss die Anlage muss vom Umweltgutachter geprüft werden, der überprüft, ob die Anforderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes eingehalten werden und die Nachweise für den Anspruch der Vergütung entsprechend vorliegen.Die Intervalle der einzelnen Prüfungen sinddabei unterschiedlich, von jährlich bis alle drei oder alle fünf Jahre.

Unterstützung entlastet Betriebsleiter

„Es gibt vieles, was man im Blick behalten muss“, weiß Nabers mittlerweile aus Erfahrung. Aufgrund des Umfangs der Dokumentations- und Prüfpflichten hat er sich Unterstützung bei der Terravis geholt. Jörg Friehe, Terravis-Berater für das Thema Anlagensicherheit, hat kürzlich die erste Behördenprüfung – eine Umweltinspektion des Landkreis Borken – gemeinsam mit dem Landwirt vorbereitet. „Die Anlagensicherheit ist und bleibt Chefsache, das heißt der Betreiber muss sich in das komplexe Thema Anlagensicherheit einarbeiten“, erläutert Friehe. „Es heißt aber nicht, dass er sämtliche Prüfungen und Dokumente alleine vorbereiten und jedes Detail für die Vorbereitung kennen muss.“ Nabers ergänzt: „Es gibt viele Dinge, die ich nicht aus der Hand gebe. Die Dokumentations- und Nachweispflichten sind aber mittlerweile so umfangreich geworden, dass Unterstützung absolut angebracht ist. Für mich bedeutet dieser Service Arbeitserleichterung und die Sicherheit, dass die Unterlagen vollständig sind und die Prüfung reibungslos verläuft. Außerdem wird unsere Anlage nochmal mit Blick von außen gecheckt, was sehr hilfreich sein kann.“

Einfache Zusammenarbeit

Vor der Prüfung gingen Stefan Nabers und Jörg Friehe alle Unterlagen durch und besichtigten gemeinsam die Anlage. Dabei gab es noch einige Tipps vom Fachmann,wie die Sicherung der Treppen durch Ketten oder das Anbringen von weiteren Hinweisschildern. „Es sind nicht immer die großen Maßnahmen, sondern auch kleine Optimierungen, die dafür sorgen, dass eine Prüfung des Gutachters ohne Nachbesserungsauflagen verläuft“, betont Friehe.

Nabers freut sich, dass es die Expertenunterstützung gibt: „Wir haben in die Anlage viel Geld investiert, und auch wenn die Auflagen immer höher werden – es gibt kein Zurück. Deshalb werden auch diese Dienstleistungen rund um die Anlagensicherheit für uns als Betreiber immer wichtiger.“

Weitere Infos zu diesem Thema gibt es bei Jörg Friehe, Telefon 0172 . 2762357, joerg.friehe@terravis-biogas.de joerg.friehe@terravis-biogas.de, www.terravis.info www.terravis.info.

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