Warme Maissilage bereits beim Öffnen - was sind die Ursachen?

25.11.2016

Die ersten Maissilagen Maissilagen wurden in den vergangenen Tagen geöffnet. Zum Teil sind die Silagen deutlich wärmer als in vergangenen Jahren. Für diese Wärme kommen zwei unterschiedliche Ursachen in Frage. Neben der Nacherwärmung Nacherwärmung kann es sich auch um sogenannte "Einlagerungswärme" handeln. Die AGRAVIS-Expertin Dr. Sabine Rahn erklärt, wie diese Wärme entsteht.

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Um zwischen beiden Ursachen zu differenzieren, schafft ein simpler Test Klarheit: einfach die Temperatur vom Kern zum Rand der Miete hin messen. Ist die Silage am Rand kühler als im Kern, handelt es sich um Einlagerungswärme. Sind Nacherwärmungsprobleme die Ursache, steigt die Temperatur der Silage zum Rand hin an.

Wie entsteht "Einlagerungswärme"?

Der Begriff der "Einlagerungswärme" beschreibt, dass die Silage bereits zu Beginn der Silierung, bei deren Einlagerung, warm war oder warm geworden ist. Dafür kommen zwei Ursachen in Betracht:




  • Temperatur bei der Ernte
    Wird z. B. an heißen Tagen siliert, kommt der Mais auch mit dieser Temperatur in die Miete. Dort kühlt er nur sehr langsam ab. Bei Siloöffnung sind dann Temperaturen von 20° bis 25° C nicht selten. War das Silagemanagement in Ordnung, kühlt die Silage an der offenen Anschnittfläche schnell aus.
  • Atmungsprozesse zu Beginn der Silierung
    Während der Einlagerung kommt auch Luft mit in die Silage. Je nachdem, wie gut hier gearbeitet wird (Verdichtung) bzw. wie schnell der Luftabschluss (Zudeckung) erreicht wird, dauert dieser Phase länger oder kürzer. Verantwortlich für die stattfindenden Umsetzungen sind neben den noch lebenden Pflanzenzellen vor allem Gärschädlinge wie Hefen und Schimmelpilze. Solange ausreichend Sauerstoff vorhanden ist, sind diese aktiv und vermehren sich. Dabei entsteht Wärme. Normalerweise ist die mit eingelagerte Luft innerhalb weniger Stunden verbraucht und verursacht keine Probleme. Je länger diese Phase jedoch dauert, desto mehr Wärme wird freigesetzt. Außerdem vermehren sich auch die Hefen und Schimmelpilze dann sehr stark. Das gilt auch für die Silierung von trockenheitsgeschädigten und verstrohten Maispflanzen. Da das Material sehr trocken ist, kommt auch zwangsläufig mehr Luft mit in die Miete. Werden diese Silagen jetzt geöffnet, sind sie oft deutlich wärmer als "normale" Maissilagen. Derartige Maissilagen müssen regelmäßig hinsichtlich ihrer Temperaturentwicklung kontrolliert werden, denn sie neigen sehr schnell zur gefürchteten Nacherwärmung. Bei der Silierung selbst wird die Silage nicht nennenswert wärmer. Hier ist maximal ein Temperaturanstieg von 3 bis 5° C zu erwarten.

Weitere Informationen zum Thema gibt es hier hier.

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