Herbstaussaat 2016: Zuchtfortschritt in der Praxis bestätigt

Neben den Top-Rapssorten aus dem bewährten Rapsanbau Rapsanbau der vergangenen Jahre erweitern vier neue Hybriden das Sortenspektrum. Die AGRAVIS gibt wertvolle Tipps für die Herbsaussaat 2016.

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Die Hybride Bender ist die Sorte, die vom Bundessortenamt mit den höchsten Ertragseigenschaften zugelassen wurde. Sie erreicht in den Kategorien Kornertrag, Ölertrag und Ölgehalt die Höchstnote 9, so wie Avatar es in der Zulassung 2011 erreichte. Sie konnte in den drei Wertprüfungsjahren unter den unterschiedlichsten Standort- und Witterungsbedingungen beweisen, dass sie relativ tolerant ist und somit einem Anbau auf allen Rapsstandorten nichts im Wege steht. Bender entwickelt sich im Herbst zügig, ist somit auch für Spät- und Mulchsaaten empfehlenswert. Über die polygene Phomaresistenz wird die gute Gesundheit hinsichtlich Phoma abgesichert. Trotz einer mittleren Pflanzenlänge erreicht er eine gute bis sehr gute Standfestigkeit. Die Abreife im Stroh ist etwas später als bei den Vergleichssorten. Unter anderem führt diese spätere Abreife zu der Möglichkeit, die hohen Ölgehalte sicher zu erreichen. In den drei Wertprüfungsjahren war Bender nur einen Tag später reif als beispielsweise Avatar.

Blattrosette begrenzt Wachstum

Die Hybride Raffiness war zur vergangenen Herbstaussaat für den Probeanbau empfohlen und steigt dieses Jahr in die breite Empfehlung auf. In den agronomischen Eigenschaften wie Schossfestigkeit, Winterhärte und Standfestigkeit hat sie im Anbau bewiesen, dass die guten Noten aus der Zulassung berechtigt sind. Wer Raffiness anbaut, kann mit ruhigem Gewissen im Herbst organisch düngen. Durch die flachliegende Blattrosette treiben sich die Einzelpflanzen nicht in die Höhe und die Schossfestigkeit bleibt erhalten, auch unter frühen Aussaatterminen.

Stroh erreicht frühe Reife

Dem hohen Phomadruck im Herbst 2015 konnte durch die genetisch fixierte Phomaresistenz der Sorte entgegengewirkt werden. Sie empfiehlt sich daher auch für Betriebe mit engen Rapsfruchtfolgen. Die Reife ist als früh bis mittelfrüh eingestuft, ebenso wird auch im Stroh eine eher frühe Reife erreicht, was in einer hohen Mähdruschleistung den Vorteil bringt. In den letztjährigen AGRAVIS-Sortenversuchen an den Prüfstandorten Bielefeld, Eldagsen und Soest erreichte Raffiness mit relativ 102 im Kornertrag zum Versuchsmittel und einem gemittelten Ölgehalt von 45,5 Proznt sehr gute Ergebnisse. Diese Ergebnisse untermauern die offiziellen Ertragsnoten 8 / 9 / 8 im Kornertrag, Ölertrag und Ölgehalt.

DK Exception für Herbstaussaat

Der DK Exception konnte schon im vergangenen Jahr in den AGRAVIS-Versuchen AGRAVIS-Versuchen mit sehr hohen Ertragsergebnissen aufwarten. An vier von fünf Standorten überragte er das Versuchsmittel mit mehr als 11 Prozent. Somit kann er bei mittleren Ölgehalten eine sehr hohe Marktleistung erzielen. Aufgrund dieser hohen Ertragsleistungen wird auch DK Exception für die Herbstaussaat breit empfohlen. Die Sorte verfügt über eine ruhigere Entwicklung im Herbst und gehört somit in das mittlere Aussaatfenster auf allen Rapsstandorten. Wie Raffiness verfügt DK Exception über eine genetisch fixierte Phomaresistenz. Trotz seiner Pflanzenlänge überzeugt er mit einer guten bis sehr guten Standfestigkeit.

Alicante, Raffiness und DK Exception verfügen über Phomaresistenz

Für den Probeanbau als neue Sorte empfehlen wir die Hybridsorte Alicante. Die Sorte zeichnet sich durch ihre frühe Abreife aus und widersetzt sich in diesem Merkmal dem allgemeinen Trend der späteren Abreife. Abgesichert wird das hohe Kornertragsniveau über eine genetisch fixierte Schotenplatzfestigkeit. Sollte die Ernte sich also witterungsbedingt verzögern, bringt dies trotz der frühen Abreife zusätzliche Sicherheit im Ertrag. Die Hybride kann auf allen Rapsstandorten im frühen bis mittleren Saatfenster angebaut werden, inklusive den kalten Standorten sowie den Höhenlagen. Alicante verfügt wie auch Raffiness und DK Exception über Phomaresistenz.

Landwirte entscheiden auf Grundlage von Prüfergebnissen

Je nach Standort, Saatzeit und Saatbedingung kann mit diesen vier neuen Sorten das Standardraps-Sortiment erweitert oder auch ersetzt werden. Viele Landwirte entscheiden ihre Sortenwahl anhand von Prüfergebnissen und Sortenerfahrungen aus dem vergangenen Anbaujahr im eigenen Betrieb. Mit Bender, Raffiness, DK Exception und Alicante bestehen gute Erfahrungen aus zahlreichen Prüfungen, die den Zuchtfortschritt bestätigten und für die Zukunft die beständigen Sorten ablösen werden.

Weitere Informationen zu den Rapssorten gibt es bei Michael Kleimann, Tel. 01 72 . 2 73 28 89, michael.kleimann@agravis.de.