Teilflächenspezifische Maisaussaat steigert Erträge

Ackerbauer Jens Hinrichs aus dem niedersächsischen Böddenstedt baut 175 Hektar Mais für die Biogasanlage Biogasanlage an. Auf den sandigen Böden mit geringer Wasserhaltekapazität bei Niederschlagsmengen von durchschnittlich rund 630 Millimetern im Jahr ist der Maisanbau im Landkreis Uelzen eine Herausforderung. Dies hat Hinrichs kürzlich zum Anlass genommen, einen intensiven Blick auf neue technische Möglichkeiten zu werfen: Mit Unterstützung der AGRAVIS NetFarming GmbH AGRAVIS NetFarming GmbH und der AGRAVIS Technik Heide-Altmark GmbH AGRAVIS Technik Heide-Altmark GmbH , Niederlassung Uelzen, hat der Landwirt erstmalig die teilflächenspezifische Maisaussaat getestet.

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Auf seiner rund 20 Hektar großen Ackerfläche ist der Mais mit einem Fendt 514 Vario, ausgestattet mit Fendt VarioGuide-Lenksystem, sowie einer Horsch Maestro-Einzelkornsämaschine teilflächenspezifisch gelegt worden. Dazu haben Jan Carl Habermann von der AGRAVIS NetFarming GmbH und Meiko Witte von der AGRAVIS Technik-Niederlassung Uelzen im Vorfeld aus standortbezogenen Einflussfaktoren wie Ertragspotenzial, Wasserversorgung des Bodens, Saatguteigenschaften, Klimaparametern sowie dem Wissen des Betriebsleiters eine Managementzonenkarte der Fläche mit dem internetbasierten NetFarming-Portal NetFarming-Portal erstellt. Alle Informationen sind verrechnet und in einer Aussaatkarte abgebildet worden. Durch die Übertragung der Applikationskarte an das Vario Guide-Systems des Schleppers ist die Saat entsprechend teilflächenspezifisch ausgebracht worden.

Kleiner Unterschied, große Wirkung

Jens Hinrichs bringt bei herkömmlicher Aussaat neun Körner pro Quadratmeter aus. Die teilflächenspezifische Methode hat eine durchschnittliche Aussaatmenge von 9,6 Körnern pro Quadratmeter für die gesamte Fläche berechnet. „Der Unterschied hört sich zunächst nicht spektakulär an, hat aber eine große Wirkung“, erläutert Jan Carl Habermann. Je nach Ertragszone – fünf verschiedene sind im Vorfeld ausgewiesen worden – sind zwischen 8 und 11 Körner pro Quadratmeter gelegt worden. In ertragsschwachen Zonen kann mit einer geringeren Aussaatstärke ein größerer Frischmasse-Ertrag erzielt werden. In Hochertragszonen kann der Ertrag durch Steigerung der Pflanzenanzahl häufig noch deutlich erhöht werden.

Precision Farming für mehr Effizienz

Jens Hinrichs verfolgt das Ziel, mittels Precision Farming Precision Farming seine Betriebsmittel effizienter einzusetzen. „Mit diesem ersten Versuch kann ich auf meinen eigenen Flächen den direkten Vergleich ziehen, ob mit einem anderen Abstand der Körner sowie der teilflächenspezifischen Ausbringung die Ertragspotenziale tatsächlich mehr genutzt werden. Ich bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis im Herbst.“ Jan Carl Habermann und Meiko Witte sind sich sicher, dass die Ernte die Vorteile der teilflächenspezifischen Bewirtschaftung bestätigen wird: „Dieser Unterschied in der Aussaat spiegelt sich mit einer Ertragserhöhung von durchschnittlich zehn Prozent sehr deutlich wieder. Bei Untersuchung von Trockenmasse-, Stärke- und Energieertrag kann die Differenz zur konventionellen Aussaat in Einzelnen noch größer ausfallen.“