Unkrautbekämpfung: Mehr Mais ohne Anhänger

Das Ertragsvermögen von Mais wird durch viele Faktoren beeinflusst. Neben Sortenwahl und Standortbedingungen ist die Produktionstechnik ein entscheidender Baustein. Hierbei spielt der Einsatz von Herbiziden Herbiziden eine ganz wichtige Rolle. Schließlich geht es auf dem Acker darum, die Konkurrenten des Maises sicher und frühzeitig auszuschalten.

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Wenn der Einsatz von Bodenherbiziden wegen Trockenheit oder verspäteter Einsatztermine nicht ausreichend war, muss über blattaktive Produkte nachgebessert werden.Unkrautbekämpfung: Mehr Mais ohne Anhänger
Wenn der Einsatz von Bodenherbiziden wegen Trockenheit oder verspäteter Einsatztermine nicht ausreichend war, muss über blattaktive Produkte nachgebessert werden.

Der Anbau von Mais im Mulchsaatverfahren ist weit verbreitet, hier schafft eine gelungene Zwischenfrucht im Herbst gute Voraussetzungen für ein ordentliches Saatbett. Neue Systeme wie „Strip-Till Strip-Till “ oder auch die Forderung zur Anlage von ökologischen Vorrangflächen haben den Zwischenfruchtanbau vor Mais weiter ausgedehnt. Grundsätzlich fördern die Zwischenfrüchte die Bodengare, speichern Nährstoffe im Herbst und stellen diese dem Mais zur Verfügung.Gerade nach einem recht milden Winter wie in diesem Jahr sind die Voraussetzungen aber nicht ganz ideal. Auf vielen Flächen sind die Zwischenfrüchte nicht komplett erfroren. Verspätete Saattermine und zu geringe Saatstärken im Herbst hatten zur Folge, dass Unkräuter und Ausfallgetreide nicht unterdrückt werden konnten. Diese Altverunkrautung steht aktuell auf vielen Flächen, die in Kürze mit Mais bestellt werden sollen. Im pfluglosen Anbauverfahren muss der Herbizid-Einsatz entsprechend angepasst werden.

Optimale Bedingungen für die Aussaat

Ausfallgetreide und alte Unkräuter müssen vor der Maisaussaat beseitigt werden. Im konventionellen Anbau kann das mit der Pflugfurche im Frühjahr erledigt werden. Bei der konservierenden Bodenbearbeitung ist das mit reduzierter Bearbeitungstiefe nicht ganz so einfach. Für ein sauberes Saatbett ist dann der Einsatz eines Totalherbizides wie Taifun forte nahezu unumgänglich. Bestocktes Ausfallgetreide oder nicht abgefrorene Zwischenfrüchte müssen mit vollen Aufwandmengen behandelt werden, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen. Etwa zehn bis vierzehn Tage später folgt die Saatbettbereitung und schafft damit optimale Bedingungen für die Aussaat und die dann folgende Unkrautbekämpfung in Mais.Maisherbizide werden häufig als Packlösung in unterschiedlichen Kombinationen angeboten. In der Regel werden Bodenherbizide mit blattaktiven Produkten ergänzt. Sowohl in Spritzfolgen als auch in der Einmalanwendung sind frühe Einsatztermine erforderlich, um hohe Wirkungsgrade bei guter Kulturverträglichkeit zu erreichen. Für eine bessere Gräserwirkung sind Produkte aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe enthalten oder müssen entsprechend ergänzt und nachgelegt werden.

Vermarktung solo oder in Kombination

Für die kommende Saison gibt es bei den Maisherbiziden eine Neuerung: Das Produkt MaisTer power gehört zu den Sulfonylharnstoffen und kommt als Nachfolger von MaisTer flüssig. Es enthält einen zusätzlichen Wirkstoff, der die Bodenwirkung und auch die Breitenwirkung verbessert. Es darf bis zum 6-Blatt-Stadium des Maises eingesetzt werden, die volle Aufwandmenge beträgt 1,5 Liter pro Hektar. Das Produkt wird solo vermarktet oder in Kombination mit Bodenpartner als MaisTer power-Aspect-Pack, hier beträgt die volle Aufwandmenge 1,5 Liter + 1,5 Liter pro Hektar. Gerade gegen Ackerfuchsschwanz zeigt MaisTer power seine Stärke, und dann vor allem solo eingesetzt in der Nachlage.

Mais sollte nicht geschwächt sein

Sulfonylharnstoffe wie MaisTer power, Motivell forte, Milagro forte oder Cato sind grundsätzlich kritisch einzustufen in der Kulturverträglichkeit. Daher sind gerade die frühen Einsatztermine vorteilhaft, wenn der Mais noch kleiner ist und damit nicht so viel Herbizid aufnehmen und verarbeiten muss wie zu den verspäteten Terminen. Zusätzlich schränken viele Faktoren den Einsatz der Sulfonyle ein oder führen bei Nichtbeachtung zu deutlichen Mindererträgen. So sollte der Mais eine gute Wachsschicht ausgebildet haben und nicht geschwächt sein durch Nährstoffmangel, Staunässe, Trockenheit oder Frost. Weiterhin sind Tageshöchsttemperaturen von 25 Grad Celsius nicht zu überschreiten, große Temperaturschwankungen vom Tag zur Nacht von über 20 Grad Celsius sind ebenfalls zu vermeiden. Wenn diese Punkte nicht eingehalten werden, sind erhebliche Ertragsausfälle zu befürchten. In Kleinparzellenversuchen konnte je nach Situation und Sortenreaktion zwischen fünf und zehn Prozent Minderertrag festgestellt werden.

Höhere Erträge durch bessere Verträglichkeit

Auf Hirse-Standorten gibt es eine weitere Neuerung für die Saison. Die Kombination Laudis + Spectrum Gold ist die starke Lösung gegen Hirsearten. Die Zulassung reicht bis zum 8-Blatt-Stadium des Maises, die Aufwandmenge beträgt 2,0 Liter + 2,0 Liter pro Hektar. Nachdem die Clio-Produkte keine Neuzulassung erhalten hat, ist dieses Paket aus Laudis und Spectrum Gold die stärkste sulfonylfreie Variante, um alle Hirsearten zu bekämpfen. Wenn es um eine sichere Wirkung und gute Verträglichkeit der Maisherbizide geht, sind Splittinganwendungen oder Spritzfolgen der klassischen Einmalbehandlung vorzuziehen. Gerade in trockenen Jahren wie 2015 kann die Wirkung der Bodenherbizide verbessert werden, wenn sie auf zwei Überfahrten verteilt wird. Auch die Triketone wie Calaris oder Laudis profitieren davon. In Summe wird der Herbizid-Aufwand nicht größer, nur die zweite Überfahrt verteuert das Verfahren. Diese rechnet sich aber durch höhere Erträge aufgrund besserer Verträglichkeit.

Niederschläge fördern den Erfolg

In den vergangenen Jahren hat sich der Storchschnabel als zunehmendes Problem-Unkraut entwickelt, und das nicht nur im Maisanbau. Aber im Mais kann der Storchschnabel relativ sicher bekämpft werden, wenn einige grundsätzliche Dinge beachtet werden. Zunächst muss die Altverunkrautung beseitigt werden. Nach der Aussaat erzielen viele Wirkstoffe in Bodenherbiziden, wie Terbuthylazin, mit soliden Aufwandmengen hohe Wirkungsgrade. Damit das gelingt, müssen sie im Vorauflaufverfahren oder im frühen Nachauflauf eingesetzt werden. Ein feuchtes Saatbett und nachfolgende Niederschläge fördern den Erfolg. Wenn diese Maßnahme wegen Trockenheit oder verspäteter Einsatztermine nicht ausreichend war, muss über blattaktive Produkte nachgebessert werden. MaisTer power bietet mit hohen Aufwandmengen noch ordentliches Potenzial. Triketone wie Laudis oder Calaris sind zu diesen späten Terminen nicht mehr ausreichend.

Mehr Infos zum Thema Maisherbizide gibt es bei Reinhold Wintergalen, Tel. 0173 . 7203065, reinhold.wintergalen@agravis.de.

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