Ein AGRAVIS-Urgestein sagt Tschüss

Mit 65 Jahren beendet Erich Helms am 31. März 2016 sein Arbeitsleben. Genau 50 Jahre war der Celler dann im Beruf – und hat etwas ganz Besonderes geschafft: Erich Helms hat vom ersten Tag der Ausbildung bis zum Abschied in die Rente nie den Arbeitgeber gewechselt. "So etwas ist wirklich selten", staunt auch Horst Feldmann, Niederlassungsleiter bei der AGRAVIS Technik Heide-Altmark GmbH AGRAVIS Technik Heide-Altmark GmbH am Standort Celle.

Bildmaterial zum Content


Lange bevor das genossenschaftliche Unternehmen diesen Namen trug, heuerte der 15-jährige Erich Helms bei der LBA Burgdorf an. Die LBA gab später die Landtechniksparte an die Hauptgenossenschaft Hannover ab, die sich 2004 mit der Raiffeisen Central-Genossenschaft Münster zur AGRAVIS Raiffeisen AG zusammenschloss.

Die erste Montage

Erich Helms hat immer alles ganz genau genommen. Jedes Schräubchen musste beim Sohn eines Landwirtes aus Wietzenbruch an der richtigen Stelle sein. Das, und die werbenden Worte des Altgesellen aus der Nachbarschaft, brachten den jungen Mann am 1. April 1966 in die Lehre zum Landtechnikmechaniker. An seine erste Montage erinnert er sich noch gut: „Da hatte sich bei einem Hanomag die Hinterachse abgedreht“, erzählt Helms und strahlt bei der Erinnerung, als wär´s gestern gewesen.

Vom Stadt-Zentrum am Nordwall über Westercelle und Garßen und Altenhagen bis zum heutigen Standort an der Lüneburger Heerstraße 77 erlebte Helms alle Umzüge seines Arbeitsgebers mit. Anfangs waren es sieben Mitarbeiter, davon drei Lehrlinge. Heute beschäftigt die AGRAVIS Technik Heide-Altmark GmbH in Celle 16 Leute, ebenfalls drei davon in Ausbildung.

Brennen für die Landwirtschaft

„Fast alle haben Berührungspunkte zur Landwirtschaft“, erklärt Horst Feldmann; „sonst macht man diesen Beruf auch nicht so lange. Man muss schon dafür brennen, denn der Service ist bei uns wichtig – egal zu welcher Tageszeit. Wenn Ernte ist, müssen die Maschinen laufen.“ Erich Helms nickt: Er weiß, wovon sein Chef spricht. „Wenn es mal länger gedauert hat auf dem Hof, dann haben wir da auch mal mit dem Bauern zu Mittag gegessen.“

Bis 1990 war Helms als Landmaschinenmechaniker ganz nah dran an Kunden und Technik. Wenn etwas nicht stimmte, musste er es finden – dem Kunden zuliebe, aber auch, weil es ihn nicht mehr los ließ. Helms machte in den Jahrzehnten auch die Veränderungen auf dem Markt mit. Zum Beispiel: Die Maschinen werden immer größer. „Trecker über 50 PS hatten wir früher kaum.“ Die rasant zunehmende Digitalisierung bei der Landtechnik kam Erich Helms dabei entgegen. Denn er nimmt es nicht nur bei Schrauben, sondern auch bei Zahlen und Programmen ganz genau. Als er 1990 ins Ersatzteillager wechselte, hatte er bereits das eine oder andere einfachere Programm selbst geschrieben. „Wenn ich heute einen Beruf suchen würde, dann hätte er nicht mehr mit Maschinen, sondern mit Computern zu tun“, erklärt der Bald-Rentner. Eine Windows-Schulung? Hat er nie gebraucht.

Erfahrung als unschätzbarer Vorteil

Seine jahrzehntelange Erfahrung als Mechaniker war damals, und ist es heute noch, im Lager von unschätzbarem Vorteil. Wenn einer weiß, welches Teil für welche Reparatur benötigt wird, dann ist das Helms. „Das Kaufmännische kann man leichter lernen als die Technik", findet er. Dieses umfassende technische Wissen kommt beim Kunden gut an.

Aber Helms gibt auch zu: „Die Maschinen sind inzwischen so komplex, da muss mir dann beim Aussuchen der Ersatzteile jemand aus der Werkstatt helfen.“ Werkstattleiter Martin Cramm ergänzt: „Heute suchen der Monteur und der Lagerist gemeinsam am Bildschirm die Teile aus. Einer allein kann das gar nicht mehr.“ 5000 Positionen befinden sich hinter der Büro-Tür im Lagerraum, der Rest wird bestellt.

"Wo ist der Erich?"

Seit 2009 arbeitet im Ersatzteillager bereits ein zweiter Mann, Helms-Nachfolger Henning Wegener ist ebenfalls schon eineinhalb Jahre da. Er wird in große Fußstapfen treten, wenn Helms am 31. März geht: „Mit einigen Kunden hatte ich schon am ersten Tag als Lehrling zu tun. Die fragen, wenn sie reinkommen, sofort: Wo ist der Erich?“, freut sich Erich Helms. „Wir haben wirklich Glück gehabt, dass Erich uns die Treue gehalten hat. Wir profitieren immens von seiner Erfahrung. Solche Leute wachsen nicht auf Bäumen“, findet Martin Cramm.

Eigentlich hätte Erich Helms bereits Ende Februar verabschiedet werden sollen, da hatte er das Rentenalter erreicht. „Aber das fand ich für mich persönlich nicht so toll. Dann wären das 49 Jahre und elf Monate gewesen. Was soll die krumme Zahl? Ich wollte die 50 vollmachen“, betont Helms. Er nimmt es eben immer ganz genau.

AGRAVIS Raiffeisen AG Kontakt:
Industrieweg 110 48155 Münster ,
Tel:( 0251 ) 6820 FB Twitter Youtube Google+ Instagram