Umstieg auf Pelletheizung – wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll

Rund 40.000 Pelletheizungen wurden laut Schätzungen im Jahr 2015 bundesweit neu installiert. Eine davon steht auf dem Hof von Michael Elpe in Recklinghausen. Der 29-Jährige ist umgestiegen. Ganz bewusst umgestiegen. Der alte Ölofen flog raus. Statt der fossilen Energie setzt Elpe nun auf nachwachsende Rohstoffe.

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Zwei, die sich brennend für Umweltschutz interessieren und sich über eine neue Pelletheizung freuen: Michael Elpe und Sohnemann Anton. Umstieg auf Pelletheizung – wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll
Zwei, die sich brennend für Umweltschutz interessieren und sich über eine neue Pelletheizung freuen: Michael Elpe und Sohnemann Anton.

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Anton kann es kaum abwarten. Der vierjährige Knirps möchte endlich zusammen mit Papa Michael Elpe die ersten Holzpellets in den Vorratsbehälter schütten. Vorher müssen die Installateure aber noch die letzten Handgriffe erledigen. Kurz danach reißen Vater und Sohn Elpe einen 15-Kilo-Sack Pellets auf und lassen die Presslinge in den Behälter rieseln. Die neue Pelletheizung ist damit betriebsbereit. "Pellets sind ein heimisches Produkt und CO2-neutral", sagt er – sowohl aus persönlicher Überzeugung als auch als Pellethändler. Elpe ist bei der Raiffeisen Bio-Brennstoffe GmbH Raiffeisen Bio-Brennstoffe GmbH tätig. Die Beteiligungsgesellschaft der AGRAVIS Raiffeisen AG vertreibt diesen Brennstoff unter der Eigenmarke "RPellets".

450 Quadratmeter Wohnfläche werden so kostensparend beheizt.

Der Pelletofen im Hause Elpe hat eine Leistung von 20 kW. Der Wochenvorratsbehälter fasst 120 Kilogramm Pellets Pellets . In Volllast würde diese Menge für etwa 30 Stunden reichen. "Wir fangen erst mal mit der Handbefüllung des Wochenvorratsbehälters an", sagt Michael Elpe. Der Dachboden über der Tenne bietet ausreichend Platz, um zu einem späteren Zeitpunkt dort ein größeres Pelletlager einzurichten und auf eine automatische Befüllung des Ofens umzustellen. Diese Entscheidung muss nicht überstürzt werden. Denn auf dem Hof Elpe, den zwei Generationen bewohnen, ist die Pelletheizung nicht die einzige Wärmequelle. Ein Scheitholzofen mit Wassertasche und ein Solarröhrenkollektor auf dem Dach sind die beiden anderen Komponenten. "Durch eine innovative Steuerung sind alle drei Systeme jetzt anders als bei der Ölheizung optimal aufeinander abgestimmt", erläutert Jürgen Drobnitza. Der zertifizierte Energieberater hat die Anlage für Michael Elpe konzipiert. 450 Quadratmeter Wohnfläche werden so nicht nur problemlos warm, sondern auch kostensparend beheizt. "Denn durch die intelligente Steuerung wird sich der Bedarf an Pellets um zirka 10 bis 20 Prozent verringern", berichtet der Hausherr. Hinzu komme der bessere Wirkungsgrad der Anlage durch die längere Laufzeit.

Eine Pelletheizung unter ökonomischen Gesichtspunkten sehr attraktiv.

Aber ist denn eine Pelletheizung nicht viel teurer als eine andere Wärmetechnik? Natürlich hat sich Michael Elpe auch mit dieser Thematik intensiv beschäftigt. Und er gibt zu, dass er bezüglich der Kosten selbst lange Zeit skeptisch war. "Ich hatte die Investitionssumme höher eingeschätzt." Tatsächlich aber ist eine Pelletheizung unter ökonomischen Gesichtspunkten sehr attraktiv. Denn seit April 2015 gelten deutlich höhere staatliche Fördersätze. Bei Michael Elpe macht der Zuschuss einen Betrag von 5.500 Euro aus. Zieht man den von der Gesamtinvestitionssumme in Höhe von 10.500 Euro ab, verbleibt ein Eigenanteil von 5.000 Euro. Die Kilowattstunde Pellets bleibt trotz des anhaltend niedrigen Ölpreises auf lange Sicht wirtschaftlich attraktiv. Auf Basis des noch Ende 2015 geltenden Ölpreises wäre Elpe bei den laufenden Kosten auf eine Einsparung von 842 Euro im Jahr gekommen. Mindestens, denn der geringere Verbrauch durch die intelligente Heizungssteuerung ist hier noch nicht berücksichtigt. "Damit amortisiert sich die Investition relativ schnell", stellt Elpe angesichts dieser Berechnung zufrieden fest. "Und ich habe für die nächsten 15 bis 20 Jahre eine klimaneutrale Heizung." Der Wartungsaufwand, ergänzt Jürgen Drobnitza, sei nicht größer als bei einer Ölheizung. Und vor einer übermäßig oft anstehenden Ascheentsorgung muss auch niemand Sorge haben. "Pellets haben einen Ascheanteil von maximal 0,7 Prozent", sagt Jürgen Drobnitza. Er selbst leere den Behälter bei seiner eigenen Anlage alle paar Wochen aus und verteile die Asche im Garten. "Das ist hervorragender Dünger." Michael Elpe wird bei dieser Aufgabe vermutlich auch wieder auf die Unterstützung von Sohnemann Anton zählen können. "Er interessiert sich jedenfalls brennend für die neue Heizung."

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