Greening sorgt für Engpässe im Saatgutgeschäft

Zum diesjährigen Frühjahrsgeschäft wurde in der landwirtschaftlichen Branche viel über das Thema Greening Greening gesprochen. Unter diesem Begriff werden unterschiedliche Agrarumweltmaßnahmen, Blühstreifen, Wild-, Wasserschutz und andere Fördermaßnahmen zusammengefasst. Marc Möller, Saatgut Saatgut -Experte bei der AGRAVIS Raiffeisen AG, wirft einen Blick auf die aktuelle Situation.

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Herr Möller, inwieweit hatte das Thema Greening Einfluss auf den Saatguthandel in diesem Frühjahr gehabt?
Möller
: Das Thema Greening hat in diesem Frühjahr deutliche Auswirkungen auf das Saatgutgeschäft gehabt. Auf unterschiedlichen Handelsstufen führte es zu Unsicherheiten und stellte den Handel vor die Herausforderung, das passende Sortiment zum Frühjahr zu offerieren. In der gesamten Kette mussten kurzfristig größere Mengen an „Sonderkulturen“ beschafft werden und in Saatgutmischungen für unterschiedliche Anforderungen bereitgestellt werden. Aufgrund dieser Situation konnten nicht immer alle Artikel zum gewünschten Zeitpunkt und in der jeweiligen Menge bereitgestellt werden.

Wie wirkt sich das auf die Preise aus?
Möller
: Zu Beginn des Jahres notierten Arten wie beispielsweise Alexandrinerklee, Rotklee und Phacelia deutlich fester als im Vergleich zum Vorjahr. Aufgrund des gestiegenen Bedarfs sind Artikel wie beispielsweise Buchweizen, Sommer- und Winterwicken nachgezogen. Ein Import aus nicht EU-Ländern verteuert aufgrund des Wechselkurses teilweise die Artikel. Ab wann es bei den Saatgutmischungen zu ersten Ausverkäufen kommt, bleibt abzuwarten. Gegebenenfalls könnten auch die Rezepturen der neuen Lage angepasst werden.

Welche Komponenten sind besonders betroffen?
Möller
: Die Hauptkomponenten im Zwischenfruchtanbau sind weiterhin Gelbsenf und Ölrettich. Im vergangenen Monat kam es zu Offerten unterhalb der Produktionskosten. Dies lässt auf einen Liquiditätsbedarf einzelner Produzenten schließen. Kurzweilig führt diese Situation zu einer leicht inflationären Entwicklung der Großhandelspreise. Ölrettich wird stärker in Mischungen eingesetzt, bei einzelnen Resistenzgruppen führt dies zu Verknappungen. Mittelfristig wird sich die Situation vermutlich ändern, da in den Produktionsländern – nach ersten Informationen – eine Reduktion der Vermehrungsflächen je nach Art um 15 bis 30 Prozent erfolgt ist. Die geringen Abschlüsse deuten auf eine Risikominimierung hin. Beim Einsatz von Zwischenfruchtmischungen im Vergleich zum Soloanbau werden circa 50 Prozent andere Arten eingesetzt. Für die kommende Saison kann mit Befestigungen bei diesen zwei Arten gerechnet werden.

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