Landwirt entwickelt innovative Schweinetränke

Dass Schweine gern spielen, konnte Klaus Albersmeier aus Lippetal im Landkreis Soest allein schon an seinem Wasserverbrauch sehen. Die Tränkenippel, die bis vor Kurzem die Wasserversorgung in seinen Mastställen sicherten, waren beliebter Zeitvertreib für die Tiere. Obwohl zwei seiner Ställe erst vier Jahre alt sind, sah Albersmeier Optimierungsbedarf. Kurzerhand entwickelte er ein eigenes Tränkesystem, das neben der Wasserversorgung auch die Unterhaltung der Schweine sichert. Auf das ausgeklügelte Modell ist die AGRAVIS Technik Münsterland GmbH AGRAVIS Technik Münsterland GmbH aufmerksam geworden.

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Die Tränke ermöglicht bis zu drei Schweinen das gleichzeitige Saufen aus offener Fläche.Landwirt entwickelt innovative Schweinetränke
Die Tränke ermöglicht bis zu drei Schweinen das gleichzeitige Saufen aus offener Fläche.

Der Stallbau Stallbau -Spezialist bietet das von Albersmeier konzipierte „KA-Rondell“ in seinem Produktportfolio an und hat schon einige Ställe damit ausgerüstet.

Das „KA-Rondell“ ist Tränke und Beschäftigungsmöglichkeit in einem. Die offene Tränke steht nicht wie gewöhnlich am Rand, sondern wird mitten in der Bucht installiert. „Den Randbereich nutzen die Schweine nicht selten zum Koten und Urinieren, sodass es bei herkömmlichen Schalentränken, die üblicherweise an der Buchtenwand installiert werden, zu Verschmutzungen kommen kann“, erläutert Albersmeier. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Tränke von allen Seiten erreichbar ist. Seine Frau Marianne ergänzt schmunzelnd: „Deshalb gilt in unseren Ställen nun das Motto: Mittendrin statt nur am Rand.“

Tränke mit diversen Spielmöglichkeiten

Die neukonzipierte Tränke besteht aus einer Wasserschale aus Edelstahl, die über dem Boden an einem Pfosten angebracht ist. Durch eine Leitung wird ständig frisches Wasser zugeführt. Der Aqualevel sorgt für einen konstanten Wasserspiegel und ermöglicht den Tieren so das Saufen aus offener Fläche. Nach und nach hat Albersmeier die Tränke zu einem System ausgeweitet und die Funktionen um diverse Spielmöglichkeiten ergänzt. Erweiterungen wie Scheuerbaum, Spielseile oder Raufutterkorb sorgen für Abwechslung in der Bucht. Bei der Konstruktion hat der Landwirt auch die Arbeitserledigung berücksichtigt:

Die Raufutterkörbe sind vom Gang aus befüllbar. Die Edelstahlarme des „KA-Rondells“ sind außerdem mit einem Handgriff dreh- und höhenverstellbar, so dass sie beim Umtreiben der Schweine aus der Bucht kein Hindernis darstellen. „Das ‚KA-Rondell‘ ist kostenintensiver als herkömmliche Tränken, aber diese Investition kann sich auszahlen“, sagt Dietmar Peppenhorst, Stallbau-Spezialist der AGRAVIS Technik Münsterland GmbH aus Warendorf. „Schweinehalter, die an der Initiative Tierwohl teilnehmen, können bei Installation des KA-Rondells und dessen Erweiterungen entsprechende Zuschüsse erhalten.“

Kriterien der "Initiative Tierwohl" erfüllt

Die „Initiative Tierwohl“ war auch für Klaus Albersmeier ein triftiger Grund, in Sachen neuer Tränke aktiv zu werden. Die Grundanforderungen wie die Teilnahme an einem zertifizierten Qualitätssicherungssystem, eine jährliche Auditierung und ein standardisierter Tränkewassercheck hat der Landwirt bereits erfüllt. Mit dem „KA-Rondell“ werden darüber hinaus bis zu vier Wahlkriterien der „Initiative Tierwohl“ gleichzeitig erfüllt: der ständige Zugang zu Raufutter, Saufen aus offenen Flächen, Anbieten von Scheuermöglichkeiten durch einen Scheuerbalken und ein weiteres Angebot von zusätzlichem, organischem Beschäftigungsmaterial. „Alles in allem kann sich die Investition betriebsindividuell innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes amortisieren“, sagt Klaus Albersmeier abschließend.

Mehr über das „KA-Rondell“ erfahren Interessierte bei Dietmar Peppenhorst, AGRAVIS Technik Münsterland GmbH, Stallbau, Tel. 02581 . 635472.