Interview mit AGRAVIS-Expertin: Markt für Futterzusatzstoffe in Bewegung

Die weltweit steigende Erzeugung von Fleisch- und Milchprodukten zur Befriedigung der wachsenden Nachfrage der Verbraucher – vor allem in Asien und Südamerika, aber auch in Osteuropa – hat in den vergangenen zehn Jahren nicht nur das Marktgeschehen von Getreide Getreide und Ölsaaten beflügelt, sondern auch bei den Zusatzstoffen für Futtermittel Futtermittel für eine steigende Nachfrage gesorgt.
Dr. Elke Müller-Mußmann, AGRAVIS-Expertin für Futtermittelspezialprodukte, wirft einen Blick auf die aktuelle Lage.

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Frau Dr. Müller-Mußmann, wie sieht die Entwicklung auf dem Markt für Futterzusatzstoffe aus?

Insgesamt hat die steigende Nachfrage zu einem entsprechenden Ausbau der weltweiten Produktionskapazitäten für Futtermittelzusatzstoffe geführt. Erfreulicherweise unterliegen diese Märkte jedoch weniger witterungsbedingten Einflüssen und den damit verbundenen jährlichen Spekulationen als die Mengen und Qualitäten der Ernten. Dennoch bergen auch die Märkte für Futtermittelzusatzstoffe immer wieder Risiken und Überraschungen.
So kann der gleichzeitige Ausfall einer oder mehrerer Produktionsanlagen der relativ wenigen Hersteller oder die Verknappung einzelner Rohstoffe oder Produktionsvorstufen zu unerwarteten Lieferengpässen und sprunghaften Preisveränderungen bei einzelnen Zusatzstoffen führen.

Welche Stoffe sind davon insbesondere betroffen?

Im zurückliegenden Jahr 2014 – besonders in der zweiten Jahreshälfte – hatten die knappe Versorgung mit Rohstoffen und Vorstufen sowie die Auslastung vorhandener Produktionskapazitäten starke Auswirkungen auf das Marktgeschehen bei Aminosäuren. Infolgedessen wurde ein historisch hohes Preisniveau für Methionin erreicht. Mittlerweile scheint sich die Situation jedoch zu entschärfen. Für das erste Halbjahr 2015 besteht eine berechtigte Hoffnung, dass sich das Marktgeschehen normalisiert und eine allmähliche Abschwächung des Preisniveaus für Methionin eintritt.

Wie sieht es bei den Spurenelementen aus, die für die Futterherstellung benötigt werden?

Die Metallpreise für Spurenelemente, insbesondere Kupfer, Zink, Eisen, Mangan und Selen, zeigen im Börsenhandel einen fallenden Verlauf. Der Preisverfall auf Dollarbasis wird jedoch durch die Talfahrt des Euro nahezu ausgeglichen. Dort ist im ersten Quartal 2015 von einem nahezu unveränderten Preisniveau auszugehen.
Bei den Futterphosphaten wird mit steigenden Preisen gerechnet. Die Erwartung der Produzenten für das nächste Quartal liegt aufgrund der unverändert hohen Herstellungskosten und gestiegener Rohproduktkosten bei einer Preissteigerung von fünf bis zehn Prozent.

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