Raiffeisen-Tankstellen bieten mehr als Kraftstoff

Die großen Mineralölgesellschaften ziehen sich mehr und mehr aus der Fläche zurück, die Raiffeisen-Tankstellen bleiben. Und nicht nur das: Viele Genossenschaften investieren kräftig in ihre Stationen, um die Kunden im ländlichen Raum mit allem zu versorgen, was sie von einer modernen Tankstelle erwarten. „Diese Strategie funktioniert sehr gut“, sagt Carsten Kippschnieder, Leiter des Tankstellengeschäfts bei der AGRAVIS Raiffeisen AG. Kippschnieder hat einen guten Überblick, denn das Unternehmen betreibt rund 80 konzerneigene Tankstellen. Und insgesamt gibt es zirka 300 genossenschaftliche Stationen im Geschäftsgebiet der AGRAVIS.

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Allerdings sprießen auch Raiffeisen-Tankstellen heutzutage nicht mehr wie Pilze aus dem Boden. Kippschnieder spricht vielmehr im Saldo von einer Stagnation des Bestands, da der Investition in neue, moderne Tankstellen auch Schließungen unrentabler Anlagen gegenüberstehen. Laut einer Statistik des Energie Informationsdienstes liegt die bundesweite Zahl der Raiffeisen-Tankstellen annähernd konstant bei knapp 600. „Raiffeisen legt den Fokus vorwiegend auf den ländlichen Raum“, sagt der Tankstellen-Experte. Die große Stärke der grünen Tankstellen: Ihnen wird kein starres Konzept übergestülpt, vielmehr werden passgenaue, standortspezifische Individuallösungen umgesetzt. Von einem Komplettangebot mit Kraftstoffen, Shop, Bistro und Fahrzeugwäsche bis zu Automaten-Tankpunkten ohne Personal ist alles vertreten. „Ausschlaggebend für die Ausstattung ist jeweils die konsequente Ausrichtung an den lokalen Gegebenheiten“, betont Kippschnieder.

Der Tankstellenservice der AGRAVIS steht Raiffeisen-Genossenschaften, die neue Stationen bauen oder die Attraktivität bestehender Standorte erhöhen möchten, mit Rat und Tat zur Seite. „Der erste Schritt auf dem Weg zu einer neuen Tankstelle ist eine detaillierte Potenzialanalyse, die wir für die Genossenschaften anfertigen“, erläutert Kippschnieder. Beleuchtet werden darin vorrangig die Wettbewerbssituation sowie die Lage der Tankstelle, die Verkehrsfrequenz und die Verkehrsströme. „Eine große Relevanz haben die Pkw- und Lkw-Bestände im jeweiligen Einzugsgebiet“, ergänzt Kippschnieder. Auch die Bedürfnisse der Landwirtschaft könnten Treiber für eine Investitionsentscheidung sein. Diese Flexibilität ermögliche es, neben großen Projekten in Top-Lagen auch kleine Lösungen zu schaffen, die sich betriebswirtschaftlich rechnen.

Als größtes Projekt in der jüngeren Vergangenheit hat die Saatbau Clenze eG Saatbau Clenze eG in Zusammenarbeit mit dem Tankstellenservice und dem Bauservice der AGRAVIS Bauservice der AGRAVIS eine neue Tankstelle in Salzwedel/Sachsen-Anhalt realisiert. Rund 2,7 Mio. Euro wurden dort im Vorjahr investiert. Der Tankstellenservice der AGRAVIS begleitet diese Station auch nach der Eröffnung weiter. „Wir setzen dort erstmals unser Tankstellenbetreuungs- und -entwicklungskonzept um“, berichtet Kippschnieder. Es beinhaltet Basisleistungen wie die Aktionsplanung für ein ganzes Jahr sowie weitere individuelle Bausteine, die sich am jeweiligen Bedarf der Genossenschaft orientieren. „Die Spirale dreht sich nach oben“, sieht Carsten Kippschnieder die Entwicklung bei den Raiffeisen-Tankstellen positiv. Einhergehend mit den Investitionen in Neu- und Ausbauten stiegen auch das Know-how und die Professionalität beim Betrieb der Stationen. Und die Kunden honorieren das: „Gerade im ländlichen Raum wird die Tankstelle durch Bistro und Verweilbereich häufig zu einem Treffpunkt, an dem man sich gerne aufhält.“