AGRAVIS an besonderem Wildpflanzen-Projekt beteiligt

Auf mehr als 20 Hektar wurden um Oelde und Beckum im Kreis Warendorf mehrjährige Wildpflanzenmischungen ausgesät. Nun stand die erste Ernte an. Beteiligt an dem besonderen Projekt hat sich auch die TerraVis TerraVis , die Biogas-Einheit der AGRAVIS Raiffeisen AG.

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Es ist ein wunderschönes Bild: Bunt und leuchtend steht der Wildpflanzenflor in der Feldmark. Und was so idyllisch aussieht, hat einen ganz klar definierten Sinn und Zweck. Auf mehr als 20 Hektar wurden um Oelde und Beckum im Kreis Warendorf mehrjährige Wildpflanzenmischungen ausgesät. Nun stand die erste Ernte an. Zum Video. Zum Video.

Markus Degener ist Initiator des Projekts und erklärt: „Der Bestand an Fluginsekten ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.“ Das habe unter anderem zur Folge, dass die Tiere, die auf tierisches Eiweiß angewiesen sind, deutlich weniger Nahrung finden. Auch für die Landwirtschaft haben die Bestäuber eine enorme Bedeutung. Nun gilt es, mit der Landwirtschaft und den anderen Interessengruppen des ländlichen Raums gegenzusteuern. Blühende Wildpflanzenbestände wie die im Kreis Warendorf seien ein Paradies für Schmetterlinge, Bienen, Hummeln oder andere Insekten. Zudem seien die bunten Streifen ein optimaler Rückzugsort und Nahrungsquelle für Vögel, Wildtiere und Kleinsäuger, erklärt der engagierte Naturfreund.

Beteiligt an Degeners Projekt hat sich unter anderem auch die TerraVis, die Biogas-Einheit der AGRAVIS Raiffeisen AG TerraVis, die Biogas-Einheit der AGRAVIS Raiffeisen AG . „Wir sind insbesondere an der möglichen Gasausbeute der Wildpflanzensilage interessiert“, sagt Dr. Philipp Spinne, Vertriebsleiter der TerraVis. Dazu laufen derzeit Versuche, die klären sollen, ob und für wen sich der Anbau der mehrjährig nutzbaren Saatgutmischung lohnt. Weitere Partner des Projektes sind drei Biogasanlagenbetreiber und Landwirte aus der Region, der Wernigeroder Jagdkorporationen Senioren-Convent (WJSC), örtliche Imker, die Energieagentur NRW, Claas Erntemaschinen sowie der Kreisverband Warendorf des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), die Initiative Lebensraum Feldflur, der Kreis Warendorf sowie der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer Westfalen Lippe.

Die Wildpflanzenmischung (BG 90) wurde von TerraVis und AGRAVIS bereits bei den DLG-Feldtagen DLG-Feldtagen im Juni in Bernburg vorgestellt. Die Saatgutmischung Saatgutmischung ist wohlüberlegt aus fast 30 Arten zusammengesetzt und besteht aus ein-, zwei- und mehrjährigen Pflanzen und Stauden. „Nicht alle Pflanzen sind wegen ihres Ertrags in der Mischung vertreten. Einige sind vor allem aus ökologischen Gesichtspunkten interessant“, erklärt der TerraVis-Fachmann. Anderen Stauden müsse ein wenig Zeit gegeben werden, sich zu etablieren bevor sie richtig Ertrag bringen.

Weitere Vorteile dieser Energiepflanzen seien ein hochwertiger Erosionsschutz, eine Anreicherung von organischer Substanz im Boden und die natürliche Reduzierung der Nährstoffauswaschung. „Die Wildpflanzen sind, so der längere Vegetationszeitraum und die mehrjährige Nutzungsdauer berücksichtigt werden, problemlos in die Fruchtfolgen zu integrieren.“ Mit diesem Anbausystem kann die Förderung von Biodiversität und Umwelt auch betriebswirtschaftlich sinnvoll in die landwirtschaftliche Produktion integriert werden.

Auch politische Entscheidungen, wie etwa das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP), befürworten den Einsatz von ökologisch sinnvollen Substraten, zu denen die Wildpflanzenmischungen gehören. Werden sie zum Beispiel mit einer erhöhten Einspeisevergütung honoriert. „Das kann besonders für bestehende Anlagen aus dem EEG 2012, die sich vor dem Hintergrund der neuesten politischen Entwicklungen verstärkt auf ihre Wirtschaftlichkeit konzentrieren müssen, ein interessanter Punkt sein“, so Spinne.

Ihm, Initiator Markus Degener und allen weiteren Beteiligten geht es in den kommenden Jahren vor allem darum, zu prüfen, ob die gemeinsamen Bemühungen erfolgsversprechend sind. „Es herrscht eine Aufbruchstimmung. Alle wollen etwas machen und sich engagieren“, sagt Degener. Diese positive Einstellung solle sich aber auch in messbaren ökologischen und ökonomischen Ergebnissen niederschlagen.

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