AGRAVIS und Genossenschaften: Hochwertiges Flüssigfutter aus eigener Produktion

"Pig SLK" heißt das Flüssigfutter für Schweine, das seit einigen Wochen bei der RFG Raiffeisen Flüssigfutter GmbH (RFG) in Lüdinghausen produziert wird. Gesellschafter des im vergangenen Jahr gegründeten Unternehmens sind die Raiffeisen-Genossenschaften Lüdinghausen und Ascheberg sowie die AGRAVIS Raiffeisen AG.

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Es sieht so aus, als würden in den Bottichen riesige Mengen Kakao angerührt. Kein Wunder, denn tatsächlich enthält die braune Flüssigkeit in den Mischbehältern mehrere Tonnen Schokolade. Genau wie die Menschen wissen auch die Schweine, Schweine, was gut schmeckt. Und der Mix aus Kartoffeldampfschalen, Molkekonzentrat, Weizenschlempe sowie Schokolade zählt ohne Frage dazu. „Pig SLK“ heißt dieses Flüssigfutter für Schweine, das seit einigen Wochen bei der RFG Raiffeisen Flüssigfutter GmbH (RFG) in Lüdinghausen produziert wird.

„Wir haben im Juni den Betrieb aufgenommen“, berichtet Alfons Oberholz, gemeinsam mit Jürgen Wortmann Geschäftsführer der RFG. Gesellschafter des im vergangenen Jahr gegründeten Unternehmens sind die Raiffeisen-Genossenschaften Lüdinghausen und Ascheberg sowie die AGRAVIS Raiffeisen AG.

Die Produktion des Flüssigfutters läuft jetzt Schritt für Schritt an. Ziel ist es, die Anlage möglichst kurzfristig auf eine Herstellung von 100.000 Tonnen pro Jahr hochzufahren. Um das zu schaffen, wurde die Infrastruktur am Standort der RaiLog Lüdinghausen, dem landwirtschaftlichen Logistikzentrum der umliegenden Genossenschaften, kräftig erweitert: Angemischt wird das Flüssigfutter in drei großen, ins Erdreich eingelassenen Behältern mit einem Fassungsvermögen von jeweils 300 Kubikmetern. Sie befinden sich in einem neuen Gebäude direkt am Dortmund-Ems-Kanal. Die Zutaten für das Flüssigfutter werden aus Lagersilos zugeführt, in die jeweils 250 Kubikmeter Inhalt hineinpassen. Fährt die Produktion auf Vollbetrieb, werden 17 dieser Vorratsbehälter benötigt. Zurzeit stehen noch nicht alle. „Insgesamt wurde ein kleiner siebenstelliger Betrag investiert“, berichtet Alfons Oberholz.

Die RFG-Geschäftsführer betonen, „dass wir nur hochwertige Futtermittelkomponenten verarbeiten“. Dabei handele es sich um Nach- und Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie. Deren Verwendung für die Futtermittelproduktion Futtermittelproduktion sei somit ein bedeutender Baustein für die Nachhaltigkeit in der Lebensmittelkette. „Die Anlage ist in das umfassende Qualitätsmanagementsystem der AGRAVIS umfassende Qualitätsmanagementsystem der AGRAVIS für QS und GMP integriert und erfüllt die Anforderungen des Lebens- und Futtermittelstandards“, unterstreicht Jürgen Wortmann, zugleich Bereichsleiter Futtermittelspezialprodukte Futtermittelspezialprodukte bei der AGRAVIS Raiffeisen AG.

Zu den Grundbestandteilen wie Molke, Schlempe und Kartoffeln werden weitere Komponenten beigemischt, die am Markt in ausreichenden Mengen verfügbar sein müssen, damit sie über mehrere Monate in der Produktion konstant eingesetzt werden können.

Durch die unmittelbare Nähe zum Kanal können die flüssigen Rohstoffe in großen Mengen per Schiff angeliefert werden. „Das spart Logistikkosten“, so Oberholz. Außerdem wurden zwei Annahmestationen für die Lkw-Anlieferung eingerichtet sowie zwei Stationen, um das fertige Flüssigfutter auf Lkw zu verladen. Auch dabei wird auf effiziente Abläufe geachtet, denn die Lkw sind in der Regel binnen 15 Minuten beladen. Den Transport übernimmt ein lizensierter Spediteur.

Die Verbindung von Kartoffel, Molke und Schlempe verschafft dem Flüssigfutter eine Reihe positiver Eigenschaften. Durch die Bildung von Milchsäure in der Mischung entsteht ein Produkt, das bei gleich bleibender Qualität mindestens zwei Wochen lagerfähig ist und über eine homogene Konsistenz bis in den Trog hinein verfügt. Sie verringert das Ablagern im Fließfutter. Der hohe Milchsäureanteil fördert die Darmgesundheit der Tiere und kann so dazu beitragen, den Medikamentenaufwand zu reduzieren. Auch die Futterkosten lassen sich durch dieses flüssige Ergänzungsprodukt reduzieren.

Betriebsleiter Sebastian Schwersmann kontrolliert den Gärvorgang kontinuierlich. Dabei kommt es vor allem darauf an, die Bildung von Hefen durch Sauerstoffeintrag zu verhindern.

Die RFG ermögliche es damit auch landwirtschaftlichen Betrieben mit kleineren Mastbeständen in der Region, fertiges Flüssigfutter einzusetzen, ohne es selbst mischen zu müssen, sagt Alfons Oberholz. Der Vertrieb erfolgt in einem Radius von 100 Kilometern und läuft über die Ortsgenossenschaften.

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