Neues Saatgutlabor der AGRAVIS bringt Qualitätsvorsprung

Die AGRAVIS Raiffeisen AG hat ihr Saatgutzentrallager in Isernhagen um ein eigenes Labor erweitert. In den ersten Monaten wurden dort bereits mehr als 1.000 Untersuchungen durchgeführt. Das Agrarhandelsunternehmen sieht in dem Labor einen Qualitätsvorsprung und Wettbewerbsvorteil.

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Werner Schmidt, Bereichsleiter Saatgut: 
Werner Schmidt, Bereichsleiter Saatgut: "Wir wollen mit dem Labor Qualitätstreiber sein."

Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen: Laborleiterin Annette Wolters schlüpfte in die Rolle von Aschenputtel. Bei der Reinuntersuchung von Vorstufe und Basissaatgut hat sie Fremdkörner aussortiert. Damit irgendwann zertifiziertes Saatgut Saatgut daraus werde, sollten die Vorgängergenerationen zu 100 Prozent rein sein, erklärt Wolters. „Dieses Projekt haben wir inzwischen abgeschlossen“, berichtet sie über das vorläufige Ende ihres Aschenputtel-Daseins. Ansonsten hat für Annette Wolters die Arbeit in dem neuen Saatgutlabor der AGRAVIS Raiffeisen AG aber gerade erst begonnen. Ende 2013 wurde das Saatgutzentrallager in Isernhagen um ein Labor erweitert. Parallel dazu entstand eine neue 2.200 Quadratmeter große Halle, in der die Auslieferungs- und Produktionsware lagert. Gesamtinvestition: rund 2,1 Mio. Euro.

Prunkstück des neuen Anbaus ist das Labor, das es den Saatgutexperten der AGRAVIS ermöglicht, Untersuchungen nicht länger an externe Dienstleister vergeben zu müssen. „Fix und günstig“ könne man dies nun selbst den genossenschaftlichen Kunden anbieten, ist Bereichsleiter Werner Schmidt stolz auf die erweiterte Infrastruktur. „Alle Saatgutkulturen können wir auf Keimfähigkeit, Triebkraft, Besatz und Reinheit prüfen“, erläutert Schmidt. Mit dem neuen Labor verschaffe sich der Saatgutbereich der AGRAVIS Saatgutbereich der AGRAVIS einen Qualitätsvorsprung. „In den zukunftsträchtigen Tätigkeitsfeldern wollen wir die Qualitätstreiber sein“, formuliert Schmidt den Anspruch. Er verspricht sich von dem Labor langfristig einen strategischen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb. „Wir sind einer der größten Saatgutstandorte Deutschlands und gehören auch zu den modernsten.“ Auf der Handelsseite biete außer der AGRAVIS sonst niemand diesen Service an. Auch können die hohen Ansprüche an die Qualitätssicherung und ihre Nachvollziehbarkeit mit einem eigenen Labor deutlich besser erfüllt werden.

„Das Labor hat einen sehr hohen Stellenwert“, ergänzt dessen Leiterin Annette Wolters. Sie hat im Juni bereits die 1000. Untersuchung durchgeführt. Ein Indiz dafür, wie sehr die Genossenschaften diese Dienstleistung zu schätzen wissen. Im Frühjahr haben sie dort beispielsweise ihren überjährigen Mais auf Keimfähigkeit und Triebkraft kontrollieren lassen – vor der Aussaat ein typisches Saisongeschäft. Dafür stehen drei Keimschränke zur Verfügung. Diese können auch als Klimaschränke für den Heubachtest genutzt werden. „Mit dem Heubachtest lässt sich am Saatgut die Abriebfestigkeit des Beizmittels feststellen“, erläutert Wolters.

Die Untersuchungen erfolgen nach den weltweit gültigen Kriterien der Internationalen Vereinigung für Saatgutprüfung (ISTA). Die Ergebnisse hält Annette Wolters in einem schriftlichen Attest fest. „Wir wollen unseren Kunden eine hervorragende Qualität des Saatgutes bescheinigen“, unterstreicht sie die Bedeutung der Nachuntersuchungen. Sie hofft, dass das Labor noch im Verlauf dieses Jahres das Zertifizierungsaudit besteht. „Für die Zukunft streben wir an, auch die amtlichen Untersuchungen bei uns im Hause durchzuführen“, blickt die Expertin voller Zuversicht nach vorne.

Mit dem Labor und der neuen Lagerhalle hat der zentrale Saatgutstandort der AGRAVIS also noch einmal einen Sprung nach vorne gemacht. Erbaut in den Jahren 1973/74, wurde das Lager mehrfach erweitert. Neue, hochmoderne Anlagen kamen nach und nach hinzu. „Allein seit 2008 haben wir rund 6 Mio. Euro in den Standort und die Weiterentwicklung unserer Dienstleistungen investiert“, berichtet Werner Schmidt.

Pro Jahr werden in Isernhagen mehr als 14.000 Tonnen anerkanntes Saatgut umgeschlagen. Die Produktpalette ist mit Sorten von Saatmais, Saatraps, Zwischenfrüchten, Leguminosen, Gräsern und Mischungen sehr breit. Von der Kleinstpackung bis zur Lkw-Ladung geht das Saatgut in Richtung Genossenschaften und Landwirten auf die Reise. Die Rohwarenannahme und die Aufbereitung umfassen Leguminosen und Einzelgräser.

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