Betrieb Stender setzt auf Luzerneheu

Damit es gerade den Hochleistungskühen rundum gut geht, füttert Landwirt Henning Stender seit gut drei Jahren Luzerneheu. Ein Leckerbissen aus der Ferne. Luzerneheu wird in der französischen Champagne angebaut und galt in der Branche lange Zeit als echtes Luxusgut. Welche Erfahrungen Stender mit Luzerneheu gemacht hab, lesen Sie hier.

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Hoch im Norden werden nicht viele Worte gemacht. Ergebnisse zählen, Fakten müssen für sich sprechen. Auch Landwirt Henning Stender ist kein Mann, der unnötig viel erzählt. In der dritten Generation führt der 48-Jährige seinen Hof unweit von Bremerhaven. 200 Milchkühe, 150 männliche Nachkommen für die Bullenmast sowie 180 weibliche Tiere für die Färsenaufzucht stehen auf dem weitläufigen Betrieb, alle kommen aus der eigenen Aufzucht. Derzeit kommt Stender mit seinen Tieren auf eine Jahresleistung von 9.860 Kilogramm Milch mit 3,96 Prozent Fett und 3,23 Prozent Eiweiß. „Die 10.000-Kilo-Grenze zu knacken ist mein Ziel“, sagt Stender.

Allerdings, so fügt er direkt hinzu, dürfen unter der Mehrleistung keinesfalls die Tiergesundheit und das Tierwohl leiden. Seine Kühe werden seit Jahren regelmäßig untersucht und alle Daten fein säuberlich dokumentiert. Damit es gerade den Hochleistungskühen rundum gut geht, füttert Stender seit gut drei Jahren Luzerne-Heu. Ein echter Leckerbissen aus der Ferne. Luzerne-Heu wird in der französischen Champagne angebaut und galt in der Branche lange Zeit als echtes Luxusgut. Denn Transport und die vielen besonderen Eigenschaften machten das Heu lange zu einem teuren Spaß für die Landwirte. „Das Produkt ist sehr empfindlich und kann aufgrund von Klima- und Bodenbedingungen fast nur in Frankreich oder Spanien angebaut werden“, erklärt Heinrich Annegarn aus dem Bereich Agrarerzeugnisse bei der AGRAVIS Raiffeisen AG.

Henning Stender probierte das kostbare Gut zuerst nur bei einigen Kälbern aus und war positiv überrascht. Als dann das heimische Stroh teurer, qualitativ schlechter und insgesamt knapper wurde, bekamen auch die 140 hochleistenden Milchkühe pro Tag eine Totale Mischration (TMR), die mit zwei Kilogramm Luzerne versetzt ist. Heute, knapp drei Jahre später, ist er mehr als überzeugt: „Wir merken ganz klar die Auswirkungen.“ Die Tiere seien insgesamt gesünder, fühlten sich wohler, hätten härtere Klauen. Zudem wirken sich die ein bis vier Zentimeter langen Halme, die reich sind an hochverdaulichen Fasern sind, positiv auf das Wiederkäuen, den pH-Wert im Pansen, Fruchtbarkeit, Futteraufnahme und letztendlich auch auf eine bessere Milchproduktion aus.

Luzerne-Heu wird maschinell getrocknet, wodurch es weniger mit Dreck und Staub versetzt ist und einen Trockenmasse-Gehalt von 90 Prozent erreicht. Feinpartikel, also kleine Bruchstücke, werden aufgefangen, pelletiert und in die Ballen zurückgeführt.

Für Henning Stender ist die Fütterung mit dem speziellen Heu trotz aller positiven Auswirkungen nur eine Stellschraube, an der er auf seinem Betrieb dreht. Der Einkauf und das Verfüttern von Luzerne-Heu ist für ihn eher eine langfristige Investition, die die Tiergesundheit fördert und es ihm dabei noch ermöglicht, die Kühe länger zu melken.

Details zum Thema Luzerne-Heu gibt es bei Heinrich Annegarn, AGRAVIS-Bereich Agrarerzeugnisse, Tel. 0251 . 682-2277.

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