AGRAVIS-Aussichten trotzen der Hitze


  • Ernte leidet unter den Temperaturen
  • Futtermittel dürften teurer werden
  • "Umsatz-Prognose von rund 4,7 Mrd. Euro steht weiter"

Die hohen Temperaturen der vergangenen Woche haben an den Agrarmärkten für Unruhe gesorgt, denn in der Landwirtschaft wächst mit jedem weiteren Tag ohne Regen die Sorge um die Getreideernte. Das wirkt sich auch auf das Tagesgeschäft der AGRAVIS-Gruppe aus, die im vergangenen Jahr rund 6 Mio. Tonnen Getreide gehandelt hat und vor einigen Wochen noch von einer guten Ernte ausging. „Landwirtschaft findet unter freiem Himmel statt und nach einem kalten Winter und Frühjahr fordert nun die Hitze ihren Tribut“, beschreibt Dr. Clemens Große Frie, Vorsitzender des Vorstandes der AGRAVIS Raiffeisen AG, die aktuelle Situation. „Wir haben ein gutes AGRAVIS-Portfolio und können Minderumsätze auf der einen Seite durch Mehrumsätze auf der anderen Seite kompensieren.“

Für Deutschlands zweitgrößtes Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmen ist die aktuelle Erntesituation allerdings nicht neu: „Wir leben von Veränderungen im Markt und auf die stellen wir uns als Handelsunternehmen ein“, so Große Frie, der durch die negativen Ernteprognosen von weiter steigenden Preisen ausgeht. „Die Börsen reagieren sofort – und das ist bei rückläufigen Ernteaussichten das positive Signal für die Landwirtschaft: Die Preise steigen.“ Nach aktuellen Experten-Schätzungen aus der AGRAVIS-Gruppe wird die bevorstehende Ernte 2010 im AGRAVIS-Arbeitsgebiet rund elf Prozent unter dem Vorjahreswert erwartet. Insgesamt betrug die Ernte 2009 in Deutschland knapp 50 Mio. Tonnen.

Durch den knapper werden Rohstoff werden auch die Futtermittelpreise steigen. „Da der Rohstoff Getreide hier eine dominante Rolle spielt, sind Preiserhöhungen unausweichlich“, weiß der AGRAVIS-Chef. Wie sich die Situation bei Mais und damit für viele Biogas-Anlagen-Betreiber entwickelt, kann Große Frie zurzeit nur schwer einschätzen. Die Anbaufläche von Mais ist im aktuellen Wirtschaftsjahr erneut um 10 Prozent gestiegen, „ob der Flächenzuwachs allerdings ausreicht, um die zu erwartenden Ernteeinbußen bei steigendem Bedarf der Biogas-Anlagen auszugleichen, ist mehr als fraglich,“ vermutet der AGRAVIS-Chef auch zum neuen Jahr weiteren Druck auf die Getreideanbauflächen.

Münster und Hannover, im Juli 2010

AGRAVIS Raiffeisen AG

Die AGRAVIS Raiffeisen AG ist ein modernes Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmen mit über 5,4 Mrd. Euro Umsatz und aktuell rund 5.200 Mitarbeitern. Die geschäftlichen Schwerpunkte der AGRAVIS Raiffeisen AG liegen in den klassischen Agrarsparten Getreide, Ölsaaten sowie Futtermittel, Düngemittel, Pflanzenschutz und Saatgut. Bedeutende Aktivitäten bestehen zudem in den Bereichen Agrartechnik und Energie. Darüber hinaus wird ein Einzelhandelsgeschäft in den Raiffeisen-Märkten betrieben. Eine nennenswerte wirtschaftliche Rolle kommt zudem dem Baustoffhandel zu.
Die AGRAVIS Raiffeisen AG ist Großhandelspartner der Primärgenossenschaften vor Ort, die das Geschäft mit den Landwirten verantworten. Daneben beliefert die AGRAVIS Raiffeisen AG über Tochtergesellschaften – in Regionen ohne Primärgenossenschaften – die Landwirte auch direkt.
Das Arbeitsgebiet der AGRAVIS Raiffeisen AG reicht über große Teile Nordrhein-Westfalens bis nach Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Darüber hinaus bietet die AGRAVIS-Gruppe ihre Geschäftsmöglichkeiten und Dienstleistungen auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern an. Unternehmenssitze sind Hannover und Münster.

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